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Akte D (2) – Das schwierige Erbe der Bundeswehr

PlayDie ersten deutschen Wehrpflichtigen seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurden am 19. Ma8i 1958 verpflichtet
Akte D (2) - Das schwierige Erbe der Bundeswehr  | Video verfügbar bis 21.01.2020 | Bild: WDR / Picture-alliance

Die Bundeswehr – eine moderne und demokratische Armee. So sieht sie sich selbst und so möchte sie wahrgenommen werden. Doch 2017 wurde der Offizier Franco A. verdächtigt, als Flüchtling getarnt Anschläge auf Politiker geplant zu haben. Für die Bundeswehr besonders pikant: Franco A. war intern schon zuvor mit einer rassistischen Magisterarbeit aufgefallen.

Der Fall Franco A. löste eine hitzige Debatte über Rechtsextremismus und Wehrmachtstradition in der Bundeswehr aus. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen sprach öffentlich von Haltungsproblemen in der Truppe und ging in die Offensive. Sie ließ alle Kasernen nach Wehrmachts-Andenken durchsuchen und unterschrieb im März 2018 einen neuen Traditionserlass mit neuen Richtlinien zum Traditionsverständnis und zur Traditionspflege.

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen in der Robert-Schumann-Kaserne.
Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen in der Robert-Schumann-Kaserne | Bild: WDR/dpa / Patrick Seeger

Der Fall Franco A. und seine Folgen zeigen, wie sehr die Bundeswehr mit sich selbst und ihrem Erbe ringt. Aber warum ist das so? Und wie viel Wehrmacht steckt heute noch in der Bundeswehr?

Die Geschichte der Bundeswehr

Bundeswehr-Soldaten beim "Tag der Bundeswehr" 2018 in Dresden
Bundeswehr-Soldaten 2018 in Dresden | Bild: WDR/taglicht media GmbH / Frederik Walker

Schon bei ihrer Gründung 1955 bestand die Bundeswehr anfangs großteils aus ehemaligen Wehrmachtssoldaten. Gegen den alten Geist wollten einige Reformer die Bundeswehr klar von der Wehrmacht abgrenzen. Sie gaben der Truppe ein neues Leitbild, die sogenannte "Innere Führung". Der Soldat sollte ab jetzt demokratische Werte verinnerlichen und ein Staatsbürger in Uniform sein. Doch das Verhältnis zur Wehrmacht blieb vage. Viele Traditionalisten sahen Hitlers Armee weiterhin als militärisches Vorbild. Der Streit zwischen Reformern und Traditionalisten prägt die Bundeswehr bis in die Gegenwart. Die Dokumentation zeigt: In Teilen der Truppe gibt es eine Militärkultur, in der Wehrmacht-Verehrung und Rechtsextremismus auf fruchtbaren Boden fallen.

Über die Reihe "Akte D"

"Akte D" ist eine investigative Dokumentationsreihe, die den Zuschauer auf Spurensuche in die Vergangenheit mitnimmt, verdrängte Kapitel der deutschen Nachkriegsgeschichte neu beleuchtet und mit Mythen und Legenden aufräumt. Die erste Staffel dieses Formats wurde 2015 mit dem Adolf-Grimme-Preis ausgezeichnet.

Ein Film von Winfried Oelsner

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Di, 22.01.19 | 03:25 Uhr
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Westdeutscher Rundfunk
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