SENDETERMIN Mi, 17.04.19 | 23:00 Uhr | Das Erste

Dokumentarfilm im Ersten: Beuys

Joseph Beuys und die sogenannten  Besetzer warten im Sekretariat auf Vertreter des Wissenschaftsministeriums, Staatliche Kunstakademie Düsseldorf, 10.10.1972.
Beuys 1972 | Bild: SWR/Zero one

Beuys. Der Mann mit dem Hut, dem Filz und der Fettecke. 30 Jahre nach seinem Tod erscheint er als Visionär, der seiner Zeit voraus war. Mit Geduld versuchte er schon damals zu erklären, dass "Geld keine Ware sein darf". Beuys wusste, dass der Geldhandel die Demokratie unterwandern würde.

Doch mehr als das. Beuys boxt, parliert, doziert, telefoniert, lässt zur Documenta in Kassel tausende Eichen pflanzen. Er erklärt dem toten Hasen die Kunst, sperrt sich in den USA mit einem Kojoten in einen Käfig. "Wollen wir eine Revolution ohne Lachen machen?", fragt er grinsend.

Der Kunstbegriff von Joseph Beuys: Sprengstoff

Bis heute hat Joseph Beuys nichts an Bedeutung eingebüßt.
Beuys mit seinem klassischen Filzhut. | Bild: SWR/Zero one

Sein erweiterter Kunstbegriff führte ihn mitten ins Zentrum auch heute noch relevanter, gesellschaftlicher Debatten. Für den Jugendlichen Andres Veiel, der in einer schwäbischen Vorstadt aufwuchs, war Beuys und sein Kunstbegriff Sprengstoff und Horizonterweiterung.

Dass er nichts von seiner Bedeutung eingebüßt hat, wurde ihm klar, als er sich seit 2013 intensiv mit dem Künstler beschäftigte. Beuys, so Veiel, habe sich immer in Widersprüchen und Rätseln offenbart und entzogen, nicht zuletzt durch seinen schlagfertigen Humor. Keiner konnte ahnen, dass der Film in einer Zeit fertiggestellt werden würde, in der sich immer mehr Menschen nach einer Vergangenheit sehnen, die es nie gegeben hat.

Kein klassisches Porträt von Beuys, sondern vielschichtige Betrachtung

Joseph Beuys bei einem Vortrag am Minneapolis College of Art and Design.
Beuys bei einem Vortrag in den USA 1974. | Bild: SWR/Zero one

Aus einer montierten Collage unzähliger, bisher unerschlossener Bild- und Tondokumente stellen Regisseur Andres Veiel und der Schnittmeister Sebastian Krumbiegel aus hunderten Stunden Material ein einzigartiges Zeitdokument zusammen, das zu 95 Prozent aus Archivmaterial besteht.

"Beuys" ist kein klassisches Porträt über einen prägenden Künstler mit Brüchen und Verwerfungen, sondern eine vielschichtige Betrachtung des Menschen, seiner komplexen Kunst und seiner neuartigen Ideenräume.

Ein Film von Andres Veiel und Sebastian Krumbiegel

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