SENDETERMIN Mo, 16.09.19 | 22:45 Uhr | Das Erste

China – Die neue Weltmacht

PlayBlick auf die Wolkenkratzer der chinesischen Stadt Chongqing.
China - Die neue Weltmacht | Video verfügbar bis 16.09.2020 | Bild: picturealliance/dpa / Zhou Zhiyong

Der Name des gigantischen Projekts ist eine Anleihe aus vergangenen glorreichen Zeiten. Für Chinas Präsidenten Xi Jinping ist seine Idee einer neuen "Seidenstraße" das Projekt des Jahrhunderts und er lädt die Welt ein mitzumachen. Über 60 Staaten haben sich dazu bereits entschlossen. Peking hat Hunderte von Milliarden für weltweite Infrastrukturprojekte von Afrika bis nach Griechenland bereitgestellt.

Häfen wurden übernommen und Bahnstrecken werden gebaut. Zudem kauft und kaufte China im Ausland Hunderte von Firmen. All das folgt dem Ziel, in ein paar Jahren die USA als Weltmacht abzulösen. Dabei geht es nicht nur um Investitionen im Ausland. Es geht um den Status einer Ordnungsmacht und um politischen Einfluss. Denn längst ist China nicht mehr nur die billige Werkbank für den Westen.

Die USA setzen China und Europa unter Druck

Der erfolgreiche chinesische Aufstieg begann vor 40 Jahren und hat unterdessen zu Hause hunderte von Millionen Chinesen aus der Armut geholt.

Deutschland und China in schwierigen Zeiten
Deutschland und China in schwierigen Zeiten

Im Kampf um die Weltherrschaft haben die USA China den Handelskrieg erklärt und Milliarden Dollar an Strafzöllen gegen den neuen Wirtschaftsriesen verhängt. Präsident Trump setzt auch Deutschland und Europa unter Druck, China zu boykottieren.

Peking hat die USA als wichtigsten Handelspartner Deutschlands abgelöst. Allein 2017 kauften chinesische Investoren deutsche Firmen im Wert von 17 Milliarden Euro. Trumps Kreuzzug gegen China bringt das Exportland Deutschland in massive Schwierigkeiten. Denn in China werden mehr Autos verkauft als im Rest der Welt. Allein VW macht 40 Prozent seines Gewinnes dort. Die Drohung Washingtons, notfalls deutsche Autos als "Risiko für die nationale Sicherheit" Amerikas einzustufen, falls Berlin nicht kooperiert, ist nur ein Druckmittel, Deutschland auf Linie zu bringen.

Trumps ultimative Forderung an Deutschland, keine digitale Technologie vom chinesischen Weltmarktführer Huawei zu kaufen, weil der chinesische Konzern angeblich der verlängerte Arm der chinesischen Machthaber ist, verstärkt die politische Entfremdung zwischen Berlin und Washington weiter.

Konfrontation oder Kooperation?

Huawei-Gründer Ren Zhengfei mit Filmemacher Hubert Seipel (rechts).
Huawei-Gründer Ren Zhengfei mit Filmemacher Hubert Seipel (rechts).

Konfrontation oder Kooperation lautet nun die zentrale Frage in Berlin. Gleich, ob Zukunftsmärkte wie künstliche Intelligenz, Industrie 4.0 oder Autos betroffen sind – ohne China geht nichts mehr. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, wann China mit seinen 1,3 Milliarden Menschen die USA auch als größten Export-Markt ablöst.

Autor Hubert Seipel untersucht die Gründe für den rasanten Aufstieg Chinas und die Auswirkungen auf Deutschland und Europa. Der mehrfache Fernseh - und Grimmepreisträger begleitete Wirtschaftsminister Peter Altmaier bei seinen Verhandlungen nach China, drehte sowohl bei ehemals deutschen Firmen wie KraussMaffei, die von chinesischen Investoren übernommen wurden, als auch bei deutschen Unternehmen, die in China produzieren. Seipel drehte auch in der chinesischen Metropole Shenzhen beim chinesischen Internet-Giganten Huawei. In einem exklusiven Interview erklärt Huaweis legendärer Gründer Ren Zhengfei, warum er auf Europa und Deutschland setzt.

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