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Dokumentarfilm im Ersten: Das Forum – Rettet Davos die Welt?

PlayMarcus Vetter
Interview zu "Das Forum – Rettet Davos die Welt?" | Bild: ARD

In Zeiten von grassierendem Populismus und zunehmendem Misstrauen gegenüber den Eliten begleitet der Filmemacher Marcus Vetter den 81-jährigen Gründer des umstrittenen Weltwirtschaftsforums Klaus Schwab über zwei Jahre bei dessen Bestreben, sein Leitmotiv umzusetzen: den Zustand der Welt zu verbessern.

Seit 1971 bringt Schwab die Spitzen aus internationaler Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft im Schweizer Bergdorf Davos zusammen – fest davon überzeugt, dass die Probleme der Welt nur im Dialog gelöst werden können. Im Film sagt er: "Wenn sie Pfarrer einer Kirche wären, möchten sie, dass die Sünder am Sonntag in ihre Kirche kommen und möchten sie nicht aussperren."

Während der Film Klaus Schwab seit 2018 begleitet, ist die Welt in Aufruhr: Klimakrise, Brexit, Gelbwestenproteste auf Frankreichs Straßen, der brennende Amazonas-Regenwald und der Handelskrieg zwischen den Weltmächten USA und China. Aber nicht nur eine neue Riege populistischer Führer wie Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro fordern Elite und Establishment heraus, auch eine neue Generation rebellischer Jugendlicher, angeführt von der Klimaaktivistin Greta Thunberg drängt in die Öffentlichkeit.

Prof. Klaus Schwab (li.) und Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro (re.) betreten die Bühne beim Weltwirtschaftsforum in Davos 2019.
Prof. Klaus Schwab und Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro betreten die Bühne beim Weltwirtschaftsforum in Davos 2019. | Bild: SWR/World Economic Forum

Mit "Das Forum" gelingt, was bis dahin nicht möglich war: Zum ersten Mal in der 50-jährigen Geschichte des Weltwirtschaftsforums konnte ein unabhängiges Filmteam hinter den Kulissen des Imperiums dieser Megastiftung drehen. In bester House-of-Cards-Manier ist man hinter verschlossenen Türen dabei und sieht, wie Diplomatie funktioniert, wenn die Mächtigsten der Welt unter sich sind. Marcus Vetter ist dabei, wenn sich Trump, Bolsonaro & Co. zu bilateralen Gesprächen mit Wirtschaftsführern zurückziehen, wenn diplomatische Konflikte in den verschachtelten Gängen des Kongresszentrums in Davos ausgetragen werden oder CEOs der weltgrößten Konzerne die Schulbank drücken und an komplexe Zukunftsthemen wie Künstliche Intelligenz herangeführt werden. Gleichzeitig begleitet der Film führende Mitarbeiter von Klaus Schwab nach Asien und Afrika, etwa beim Versuch, durch nachhaltige Palmölprojekte in Indonesien die Abholzung des Regenwaldes zu stoppen oder in Ruanda, wo die Versorgung von Krankenhäusern mit Blutkonserven durch Drohnen erprobt wird.

Jennifer Morgan, Executive Director von Greenpeace International und bekennende Kritikerin des Weltwirtschaftsforums, nutzt das exklusive Treffen, um Politiker und Wirtschaftsführer für Klimaschutz zu sensibilisieren. Im Film tritt sie als Mahnerin auf und sagt über das WEF: "Was ich so gefährlich daran finde, ist das Narrativ, das suggeriert, dass es ihre Absicht sei, die Welt zu einem besseren Ort zu machen." Morgan ist es auch, die die Klimaaktivistin Greta Thunberg nach Davos holt und ihr einen großen Auftritt vor den mächtigsten Menschen der Welt verschafft.

Ankunft Greta in Davos 2019.
Ankunft Greta in Davos 2019. | Bild: SWR

Der Film fragt: Trägt die Vision von Klaus Schwab Früchte und kann das World Economic Forum zur Lösung der globalen Probleme beitragen? Oder ist es Teil des Problems und dient nur der Durchsetzung der Eigeninteressen der globalen Elite?

Marcus Vetter gehört zu den bekanntesten und renommiertesten deutschen Dokumentarfilmregisseuren. Mit Filmen wie "Das Herz von Jenin" oder "The Forecaster" wurde er vielfach ausgezeichnet - u.a. mit dem Deutschen Filmpreis und mehreren Grimme-Preisen.

Ein Film von Marcus Vetter

Ab 18. Januar 2020 online first, für 60 Tage in der ARD-Mediathek.

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