SENDETERMIN Mo., 22.11.21 | 23:35 Uhr | Das Erste

Echtes Leben: Der Bluttest – Welches Kind soll leben?

PlayIm mütterlichen Blut befinden sich etwa ab der zehnten Schwangerschaftswoche auch Schnipsel des Erbguts vom Kind.
Der Bluttest - Welches Kind soll leben? | Bild: WDR / Längengrad Filmproduktion GmbH

Ein kleiner Piks und Schwangere können vor der Geburt prüfen lassen, ob ihr Kind das Downsyndrom oder eine andere Trisomie hat – sehr treffsicher und ohne Gefahr fürs Baby. In Deutschland wird dieser Test voraussichtlich ab Frühjahr 2022 von den Krankenkassen übernommen. Wenn der Test zum Standard wird, könnte die gesellschaftliche Norm entstehen, Kinder mit Downsyndrom abzutreiben, befürchten Medizinethiker:innen. Und werdende Eltern könnten noch häufiger in ein Entscheidungsdilemma geraten.

"Das ist die furchtbarste Entscheidung unseres Lebens – eine, die eigentlich niemand fällen kann", sagen Patricia und ihr Mann Clemens. Sie haben in der zehnten Schwangerschaftswoche durch den einfachen Bluttest erfahren, dass ihr Kind mit einer Behinderung auf die Welt kommen wird. Dafür gibt es keine Heilung, sondern nur die Frage: Kind mit Behinderung – bekommen oder abtreiben?

Alleingelassen mit der schweren Entscheidung

Patricia und ihr Mann Clemens haben schon eine Tochter, als sie erfahren, dass sie ein Kind mit Behinderung erwarten.
Patricia und ihr Mann Clemens haben schon eine Tochter, als sie erfahren, dass sie ein Kind mit Behinderung erwarten. | Bild: WDR / Längengrad Filmproduktion GmbH

Schon heute klagen Schwangere über fehlende Aufklärung und Betreuung seitens der Ärzte und Ärztinnen. Für den Bluttest gibt es zwar eine Beratungspflicht, aber viele Gynäkolog:innen haben keine Zeit für ein ausführliches Gespräch über die Konsequenzen des Tests.

Und auch außerhalb der Praxen und Krankenhäuser fehlt es offenbar an Unterstützung: Entscheidet sich die Frau gegen das Kind, gilt sie schnell als kaltherzige Karrierefrau; bekommt sie das Kind, wird sie häufig ausgegrenzt. Alleingelassen mit dieser schweren Entscheidung stürzen Betroffene häufig in eine Lebenskrise.

Im mütterlichen Blut befinden sich etwa ab der zehnten Schwangerschaftswoche auch Schnipsel des Erbguts vom Kind.
Im mütterlichen Blut befinden sich etwa ab der zehnten Schwangerschaftswoche auch Teile des Erbguts vom Kind. | Bild: WDR / Längengrad Filmproduktion GmbH

Filmemacherin Ilka aus der Mark hat über ein Jahr lang werdende Eltern begleitet und bei Gynäkolog:innen, Pränataldiagnostiker:innen, Ethiker:innen und Kirchenvertreter:innen nachgeforscht, um herauszufinden, was nötig ist, um mit dem Bluttest verantwortungsvoll umzugehen. Und um werdenden Eltern zu helfen, die für sie richtige Entscheidung zu finden.

Ein Film von Ilka aus der Mark

6 Bewertungen
Kommentare
Bewerten

Kommentare

Kommentar hinzufügen

Bitte beachten: Kommentare erscheinen nicht sofort, sondern werden innerhalb von 24 Stunden durch die Redaktion freigeschaltet. Es dürfen keine externen Links, Adressen oder Telefonnummern veröffentlicht werden. Bitte vermeiden Sie aus Datenschutzgründen, Ihre E-Mail-Adresse anzugeben. Fragen zu den Inhalten der Sendung, zur Mediathek oder Wiederholungsterminen richten Sie bitte direkt an die Zuschauerredaktion unter info@daserste.de. Vielen Dank!

*
*

* Pflichtfeld (bitte geben Sie aus Datenschutzgründen hier nicht Ihre Mailadresse oder Ähnliches ein)

Kommentar abschicken

Ihr Kommentar konnte aus technischen Gründen leider nicht entgegengenommen werden

Kommentar erfolgreich abgegeben. Dieser wird so bald wie möglich geprüft und danach veröffentlicht. Es gelten die Nutzungsbedingungen von DasErste.de.