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Die Story im Ersten: Der Kaufhauskönig

PlayMitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Galeria Kaufhof schlagen mit Boxhandschuhen auf eine Pappfigur ein.
Der Kaufhauskönig – Wie ein Multimillionär Karstadt und Kaufhof versilberte | Video verfügbar bis 26.04.2022 | Bild: WDR/dpa / Roland Weihrauch

Der deutsche Kaufhauskonzern Galeria Karstadt Kaufhof befindet sich nicht erst seit der Corona-Pandemie in einer wirtschaftlichen Schieflage. Eine endgültige Pleite konnte 2020 nur durch massiven Stellenabbau, Filialschließungen und einen Verzicht der Gläubiger auf mehr als zwei Milliarden Euro abgewendet werden.

Lohnverzicht, um Arbeitsplätze zu erhalten

Nun hat die Bundesregierung dem Konzern Corona-Staatshilfen in Höhe von 460 Millionen Euro genehmigt, um den Weiterbestand des Traditionsunternehmens mit seinen 28.000 Beschäftigten zu sichern. Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen haben ihrerseits über Jahre hinweg immer wieder auf erhebliche Teile ihres Lohns, Urlaubs- und Weihnachtsgelds verzichtet – in der Hoffnung, so zum Überleben des Konzerns und ihrer Arbeitsplätze beizutragen.

Eigentümer der Warenhauskette ist die österreichische SIGNA-Gruppe, die mehrheitlich René Benko gehört, einem öffentlichkeitsscheuen Selfmade-Milliardär, der in bescheidenen Verhältnissen in Innsbruck aufwuchs und ohne Abitur die Schule verließ.

Der österreichische Immobilien-Investor René Benko mit Bundeskanzler Sebastian Kurz.
Der österreichische Immobilien-Investor René Benko (rechts), Eigentümer von Galeria Karstadt Kaufhof, ist auch in der Politik bestens vernetzt. Links im Bild: Der österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz. | Bild: WDR/picture alliance/APA/picturedesk.com / Helmut Fohringer

Sein Vermögen hat der heute 43-Jährige mit der geschickten Vermarktung von Immobilien gemacht. Sein besonderes Augenmerk galt von Anfang an Immobilien in bester Innenstadtlage, weil sie "entsprechend knapp sind und daher die Preise eigentlich nur nach oben gehen können", so Benko. Inzwischen gehört er zu den reichsten Bürgern in Österreich und investiert im großen Stil auch in Deutschland.

Ging es nur um die wertvollen Immobilien?

Bei Galeria Karstadt Kaufhof gelang es Benko, trotz der prekären Lage des Unternehmens Millionengewinne zu erwirtschaften – auf dem Rücken der Belegschaft, sagen Handelsexperten. Wie konnte sein Plan gelingen, erst Karstadt für einen Euro und dann später auch noch Kaufhof zu übernehmen und daraus dreistellige Millionengewinne zu generieren?

Wie sehr ist Benko überhaupt an dem Betrieb der Warenhäuser und dem Erhalt der Arbeitsplätze interessiert? Oder ging es ihm in erster Linie darum, die wertvollen Immobilien auf Kosten der Beschäftigten zu versilbern, wie Immobilien – und Handelsexperten meinen?

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Galeria Kaufhof schlagen mit Boxhandschuhen auf eine Pappfigur ein.
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Galeria Kaufhof schlagen am Tag der Schließung ihrer Filiale mit Boxhandschuhen auf eine Pappfigur von Firmeneigner René Benko ein (Archivfoto vom 17.10.2020, Düsseldorf). | Bild: WDR/dpa / Roland Weihrauch

Auf der Spur des Geldes

Die Autoren Ingolf Gritschneder und Georg Wellmann folgen der Spur des Geldes und blicken hinter die Kulissen von Benkos weitverzweigtem und undurchsichtigem Firmengeflecht, von Briefkastenfirmen in Luxemburg, diskreten Unternehmen in der Schweiz und Familienstiftungen in Liechtenstein und Österreich. Neben dem Verkauf von Warenhausimmobilien erzielt Benkos österreichische SIGNA-Gruppe auch hohe Renditen aus deren Vermietung.

Die wertvollen Karstadt-Premium-Häuser, wie das KaDeWe in Berlin, das Alsterhaus in Hamburg oder das Oberpollinger in München, sind zu Shopping-Centern umgebaut und an finanzstarke Mieter vermietet worden. Ein Karstadt-Warenhaus sucht man dort inzwischen vergeblich. Nicht wenige Beschäftigte befürchten inzwischen, dass es nur noch eine Frage der Zeit sein könnte, bis der gesamte Konzern verschwindet – trotz Hunderter Millionen staatlicher Hilfe.

Ein Film von Ingolf Gritschneder und Georg Wellmann

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