SENDETERMIN Sa., 05.06.21 | 16:30 Uhr | Das Erste

Deutschland-Reportage: Sarah gibt nicht auf

PlaySarah Schott feiert ihren Lungengeburtstag ein Jahr nach der erfolgreichen Transplantation (Juni 2020).

Sarah Schott hat vor 21 Monaten eine neue Lunge bekommen. "Jeder Tag, an dem ich atme, ist ein Geschenk", sagt die junge Studentin aus Idar-Oberstein. Das Spenderorgan rettete ihr Leben. Das allerdings ist jetzt erneut bedroht: durch eine Krebserkrankung.

Sarah leidet an Mukoviszidose, eine Erbkrankheit, die ihre Lunge verschleimen lässt. Ihre Schwester ist daran verstorben. Lange wartete Sarah auf eine Spenderlunge. Ein Leben zwischen Hoffen und Bangen. Vor knapp zwei Jahren war es dann so weit. Die Operation glückte, ihr Körper nahm das neue Organ an. Seit der Transplantation wird ihr Immunsystem aber mit Medikamenten künstlich "heruntergefahren", damit das fremde Organ nicht abgestoßen wird. 250 Tabletten in der Woche muss Sarah einnehmen, eine massive Ladung Chemie, die nun eine Krebserkrankung verursacht hat. In ihrem Darm hat sich ein Lymphom breit gemacht. "Die Diagnose war natürlich ein Schlag ins Gesicht. Was soll ich denn noch alles aushalten?" meint sie. Erneut muss sie um ihr Leben bangen. Als ob es nicht schon schwierig genug wäre, sich als Hochrisikopatientin vor Corona zu schützen.

Sarah wirkt nicht verzweifelt – stattdessen ist sie dankbar

Um allen Ansteckungen aus dem Weg zu gehen, lebt Sarah zurückgezogen bei ihren Eltern. Dennoch wirkt sie nicht verzweifelt. Ganz im Gegenteil: Sie ist stolz und dankbar, dass ihre neue Lunge sie in diesen vielen schwierigen Momenten nicht im Stich gelassen hat. Bisher jedenfalls nicht.  

Sarah Schott feiert ihren Lungengeburtstag ein Jahr nach der erfolgreichen Transplantation (Juni 2020).
Sarah Schott feiert ihren Lungengeburtstag ein Jahr nach der erfolgreichen Transplantation. | Bild: SWR

Und so kämpft Sarah weiter. Durch die Krebsbehandlung verliert sie ihre Haare, aber nicht ihre tollen Freunde. Pascal, ihr Lebenspartner, steht mit ihr alles gemeinsam durch: "Sarah ist meine große Liebe, ich lasse sie nicht im Stich", sagt er. Gemeinsam können sie ihr Leben aber nur retten, wenn Sarah den Krebs besiegt. Sie hat schon mehrere Therapien hinter sich. Die Chemokeule brachte nichts, eine Antikörpertherapie auch nicht. Eine der letzten Hoffnungen sind T-Zellen. Immunzellen eines Spenders, die ihren Krebs bekämpfen sollen.

Noch ist ungewiss, ob die Behandlung wirkt. Sarah hat Angst vor dem Ergebnis, denn danach gäbe es nicht mehr viele medizinische Möglichkeiten, diesen Tumor zu besiegen. Und immer begleitet die junge Frau die große Frage: Was macht ihr neues Organ im Körper, wie übersteht die Lunge diese extremen Behandlungen? Sarah Schott hofft: "Wie unendlich schön und befreiend wäre es zu wissen, dass man dem Tod mal wieder davongelaufen ist."

SWR-Autor Jürgen Schmidt durfte Sarah von Anfang an mit der Kamera begleiten und Höhen und Tiefen ihres Überlebenskampfes hautnah miterleben.

Ein Film von Jürgen Schmidt

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