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Die gefährlichsten Schulwege der Welt (6): Nepal

Auch die Bauern aus dem Dorf nutzen die sogenannte Tuin, um beispielsweise ihr Vieh auf dem Markt jenseits des Flusses zu verkaufen.
Auch die Bauern aus dem Dorf nutzen die sogenannte Tuin, um beispielsweise ihr Vieh auf dem Markt jenseits des Flusses zu verkaufen. | Bild: MDR / Maximus Film

Nepal – während viele Kinder morgens aufstehen und langsam munter werden können, muss der kleine Ajit um sechs Uhr schnell wach werden. Nach der Feldarbeit bereitet sich der Junge auf den abenteuerlichsten Schulweg der Welt vor. Das Dorf Kumpur liegt auf 4000 Meter über dem Meeresspiegel. Jeden Morgen laufen die Schüler allein den wohl gefährlichsten Weg zur Schule. Sie sind nicht nur den wilden Tieren wie Schakalen, Affen und Tigern schutzlos ausgesetzt, sondern müssen auch über den gefährlichsten Fluss des gesamten Landstriches – den Trishuli.

Ihre Schuhe: meist nur Flip-Flops. Die Sohlen halten gerade mal einen Monat, dann brauchen sie neue.
Ihre Schuhe: meist nur Flip-Flops. Die Sohlen halten gerade mal einen Monat, dann brauchen sie neue. | Bild: MDR / Maximus Film

Dieser reißende Strom trennt die moderne Welt von der ländlichen Gegend des Berges Dhab. An einigen Jahreszeiten ist der Fluss besonderes wild und die Kinder haben Angst hineinzufallen. Ein Sturz in die reißenden Fluten ist für die Nichtschwimmer tödlich. Doch um in die Schule kommen zu können, führt kein Weg daran vorbei. Über die andere Seite des fast 60 Meter bereiten Flusses führt nur ein rostiges und wenig vertrauenerweckendes Drahtseil mit einem Korb. Tuin bedeutet übersetzt "Weg auf dem Seil" und ist über die Jahre eine sehr wacklige Konstruktion geworden. Auf ihrem gefährlichen Abstieg müssen die Kinder jeden Tag darauf hoffen, dass der Korb des Tuin auf der richtigen Seite ist. Wenn nicht müssen sie warten und bangen, dass jemand kommt und ihnen helfen wird.

Die Grundschüler dürfen bei der Flussüberquerung im Korb sitzen -  die älteren schieben sie.
Die Grundschüler dürfen bei der Flussüberquerung im Korb sitzen - die älteren schieben sie. | Bild: MDR / Maximus Film

Die größeren Schüler müssen auf die kleineren Acht geben und übernehmen die Verantwortung, dass sie sicher über den Fluss kommen. Dabei bringen sie sich täglich selbst mit dem Tanz auf dem Seil in Gefahr. Das Drahtseil bohrt sich in die Hände der Schüler und der Balanceakt kann tödlich sein. Zudem ist das Ziehen des Korbes enorm kraftraubend. Auf der anderen Seite des Flusses lauert die nächste Bedrohung – der Highway. Die Schüler müssen erneut hoffen, dass sie jemand mit in die Stadt nimmt. Dabei müssen sie auf den rasanten Verkehr und auf die maroden Lkw achten.

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