SENDETERMIN Mo., 13.01.20 | 22:45 Uhr | Das Erste

Die Story im Ersten: Die Grünen und die Macht

Karriere einer Partei

PlayRobert Habeck, Bundesvorsitzender der GRÜNEN, im Straßenwahlkampf zu Landtagswahl in Thüringen.

Am Anfang stehen Aufbruchsstimmung, Hoffnungen und Utopien: Am 13. Januar 1980 formiert sich in der Stadthalle in Karlsruhe die Bundespartei der Grünen. Menschen völlig unterschiedlicher Herkunft finden sich hier zusammen mit dem Anspruch, eine bessere Gesellschaft zu schaffen und eine neue, menschliche Politik. Von ihren politischen Gegnern werden sie verhöhnt, beschimpft und nicht ernst genommen. Dennoch: Die Grünen können sich rasch und dauerhaft als ernstzunehmende politische Kraft etablieren.

Rückblick auf dramatische und umstrittene Stationen der Grünen

Der Film "Die Grünen und die Macht" erzählt die spektakuläre Geschichte der Grünen und wirft den Blick zurück auf die dramatischen und auch umstrittenen Stationen grüner Parteigeschichte: Skandale im Bundestag, Parteitage voller Streitereien, verlorene Wahlen und menschliche Tragödien, wie der Tod der Grünen-Gründerin Petra Kelly. Politische Dramen wie die von Joschka Fischer erkämpfte Zustimmung zum Kosovo-Einsatz der Bundeswehr 1999 – ein Kompromiss, der die Grünen bis heute verfolgt. Denn er trägt für viele in der Partei immer noch den Beigeschmack des Verrats.

Der Anfang in der Stadthalle in Karlsruhe: der Gründungspartei am 13. Und 14. Januar 1980.
Der Anfang in der Stadthalle in Karlsruhe: der Gründungspartei am 13. und 14. Januar 1980.

Wie halten es die Grünen mit der Macht?

Nach 15 Jahren in der Opposition, in einer Zeit voller politischer Turbulenzen, scheinen die Grünen sich nun neu erfunden zu haben. Die Krise der Volksparteien, die drohende Klimakatastrophe, die junge Menschen auf die Straße bringt und das neue Führungsduo Annalena Baerbock und Robert Habeck eröffnen überraschende Perspektiven für neue Bündnisse. Die Grünen zeigen sich da offen. Und der Generationswechsel an der Spitze scheint alten Zank und interne Querelen beendet zu haben. Die Klimabewegung, die den politischen Forderungen der Grünen eine neue Brisanz verleiht und der Partei ungeheuren Auftrieb gegeben hat, verlangen eine neue Radikalität. Die potenziellen Koalitions- und Regierungspartner aber fordern Realpolitik in der Komfortzone unserer Wohlstandsgesellschaft.

Annalena Baerbock, Bundesvorsitzende der GRÜNEN, bei einer Wahlveranstaltung zur Landtagswahl in Thüringen.
Annalena Baerbock, Bundesvorsitzende der Grünen, bei einer Wahlveranstaltung zur Landtagswahl in Thüringen.

Es bleiben also die alten Fragen: Wie halten es die Grünen mit der Macht? Wie meistern sie den Spagat zwischen den Forderungen einer jungen Klima-Bewegung und den erforderlichen Kompromissen in einer eventuellen Regierungsverantwortung?

Ehemalige und aktuelle Grünen-Spitzenpolitiker berichten

Für ihren Film hat Autorin Annette Zinkant zahlreiche Menschen getroffen und befragt, die die Grünen begleitet haben: als Mitbegründer der Partei, als Kritiker, Beobachter und politische Gegner; darunter ehemalige und aktuelle Spitzenpolitiker der Grünen wie Annalena Baerbock, Robert Habeck, Winfried Kretschmann, Claudia Roth, Marieluise Beck, Hans-Christian Ströbele und Lukas Beckmann. Außerdem Wolfgang Kubicki (FDP), Norbert Röttgen (CDU) und Armin Laschet (CDU). Sowie Leonie Bremer (Fridays for Future), Ulf Poschardt (Chefredakteur "Die Welt") und Tilo Jung ("Jung und Naiv").

Ein Film von Annette Zinkant

Eine Produktion von Bildersturm Filmproduktion und ECO Media TV Produktion im Auftrag von SWR und WDR

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