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Die Liebe des Hans Albers

Eine schwierige Annäherung. Zwischen Hansi Burg und Hans Albers liegen nicht nur Jahre der Trennung, sondern viel nicht aufgearbeitetes Leid.
Eine schwierige Annäherung. Zwischen Hansi Burg (Picco von Groote) und Hans Albers (Ken Duken) liegen nicht nur Jahre der Trennung, sondern viel nicht aufgearbeitetes Leid. | Bild: NDR/Zeitsprung Pictures / Michael Ihle

"Der blonde Hans": Hans Albers, Schauspieler, Sänger, Idol der Deutschen – und Liebling der Nazis. Seine große Liebe, Hansi Burg, flieht 1938 vor dem Antisemitismus nach London. Albers aber bleibt in Deutschland. Filmt weiter. 1946, ein Jahr nach Ende des Zweiten Weltkriegs, treffen sie sich wieder: Hansi Burg kehrt zurück in das Land der Mörder ihrer Eltern, sucht Hans Albers in dessen Villa am Starnberger See auf. Er lebt dort mit einer anderen Frau. Die muss gehen, dann kommt es zu einer spannungsgeladenen Aussprache – ein Tag und eine Nacht lang, in der der blonde Hans sich unbequemen Fragen und noch unbequemeren Wahrheiten stellen muss.

Behutsam und in starken Bildern inszeniert Carsten Gutschmidt ("Weltenbrand 1914", "Leningrad Symphony", "Paul van Dyk – Musikvideo") das Wiedersehen der beiden. Aus der Perspektive von Hansi Burg, gespielt von Picco von Groote ("Der Turm", "Tatort", "Duell der Brüder"), wird der Aufstieg von Hans Albers, gespielt von Ken Duken ("Inglorious Basterds", "Das Parfum", "Tatort"), aber auch die schwierige Liebe der beiden in Zeiten des braunen Terrors nachgezeichnet.

Die Nacht der unbequemen Fragen und der schmerzvollen Wahrheiten. Bei ihrer Aussprache in seiner Villa am Starnberger See sparen Hansi Burg und Hans Albers kein Thema aus.
Die Nacht der unbequemen Fragen und der schmerzvollen Wahrheiten. Bei ihrer Aussprache in seiner Villa am Starnberger See sparen Hansi Burg (Picco von Groote) und Hans Albers (Ken Duken) kein Thema aus. | Bild: NDR/Zeitsprung Pictures / Michael Ihle

Kaum bekannter Blick auf den Menschen Albers

Indem die Geschichte konsequent aus der Perspektive seiner großen Liebe erzählt wird, entsteht ein kaum bekannter Blick auf den Menschen Albers. Das Dokudrama "Die Liebe des Hans Albers" stellt nicht den Frauenheld und Draufgänger Albers in den Vordergrund, sondern konfrontiert das Idol der 30er-, 40er- und 50er-Jahre mit existenziellen Fragen von Haltung und Moral: Was hast Du gegen die Nazis getan? Warum hast Du Deinen Freunden und Hansis Eltern nicht noch mehr geholfen? Warum hast Du dich von Goebbels und Co zwar ferngehalten – aber bereitwillig dem Nazi-System gedient, indem Du Film um Film für sie gedreht hast?

Das Dokudrama wurde produziert von Michael Souvignier und Till Derenbach, Zeitsprung Pictures ("Oktoberfest 1900", "Der König von Köln", "Duell der Brüder", "Contergan", "Mackie Messer - Brechts Dreigroschenfilm"), Dirk Eisfeld ("Soko Köln", "Die Aldi – Brüder", "Lehman - Gier frisst Herz", "Schuss in der Nacht - die Ermordung Walter Lübckes") schrieb das Drehbuch.

Ein Film von Carsten Gutschmidt

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