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Die Machtmaschine

Wie Facebook und Co. Demokratien gefährden

PlayDie Machtmaschine - Wie Facebook und Co. Demokratien gefährden
Die Machtmaschine – Wie Facebook und Co. Demokratien gefährden | Video verfügbar bis 07.03.2024 | Bild: WDR

Als Rechtspopulisten in Brasilien jüngst das Regierungsviertel stürmten, geriet wieder eine große Demokratie in Gefahr. Viele fühlten sich erinnert an den Sturm auf das US-Kapitol zwei Jahre zuvor. Wieder waren die Übergriffe in den sozialen Netzwerken angeheizt und organisiert worden. Mehrere Konten auf Socialmedia-Plattformen wurden im Nachhinein gesperrt. Wieder zu spät. Wie kann das sein?

Manipulation und Beeinflussung durch soziale Plattformen

Dabei hatte eine Whistleblowerin genau davor gewarnt. Mit tausenden Dokumenten aus dem Innern des Meta-Konzerns erhebt die ehemalige Facebook-Mitarbeiterin Frances Haugen im Herbst 2021 schwere Vorwürfe: Mächtige Plattformen wie Facebook und Instagram würden Menschen und Demokratien weltweit gefährden. Der Konzern wisse genau, welchen Schaden er anrichte, aber unternehme viel zu wenig dagegen – zu oft stelle er den Profit über das Wohl der Nutzer.

Politiker in Brüssel und Washington empfangen Frances Haugen fast wie eine Heilsbringerin. Warum eigentlich? Viel zu lange ließen Regierungen soziale Netzwerke wie Facebook nahezu unbehelligt agieren. Dabei ist längst bekannt, was deren Algorithmen anrichten können, wie sie Hass und Lügen wuchern lassen und unseren Blick auf die Welt prägen. In manchen Ländern führte dies zur Verfolgung von Minderheiten oder zur Unterdrückung von Oppositionellen. Immer mehr Populisten und Autokraten nutzen soziale Plattformen, um auch in westlichen Demokratien Wahlen zu beeinflussen und Menschen zu manipulieren.

Die Whistleblowerin Frances Haugen.
Die Whistleblowerin Frances Haugen hat alles riskiert und erhebt schwere Vorwürfe: Mächtige Plattformen wie Facebook und Instagram würden Menschen und Demokratien weltweit gefährden.

Blick hinter die Fassade des Milliarden-Konzerns Meta

Die EU wurde erst jetzt aktiv: In diesem Jahr müssen die Plattformen ein Mammut-Gesetz umsetzen, das die Tech-Giganten beschränken soll. Doch wird der sogenannte Digital Services Act halten, was er verspricht? Oder waren der Mut, der Einsatz und die persönlichen Kosten der Whistleblowerin Frances Haugen umsonst?

In einer investigativen Recherche hatten Reporter:innen von WDR, NDR und Süddeutscher Zeitung damals tausende Seiten des Haugen-Leaks ausgewertet. Neue Datenanalysen zeigen nun, dass viele Missstände trotz der versprochenen Maßnahmen der Tech-Unternehmen fortbestehen. Über ein Jahr haben die Reporter:innen Frances Haugen immer wieder begleitet, trafen weitere Whistleblower sowie Insider und Beobachter aus Tech-Industrie und Politik.

Der Film blickt hinter die Fassade des Milliarden-Konzerns Meta – wie durch ein Schlüsselloch: auf Fehlentscheidungen einer Führungsriege, auf die Verzweiflung der Mitarbeiter. Er zeigt, wie raffiniert Socialmedia-Plattformen missbraucht werden, um Demokratien anzugreifen.

Ein Film von Svea Eckert, Stella Peters, Petra Nagel, Petra Blum, Tobias Dammers

Diese Sendung ist nach der Ausstrahlung ein Jahr lang in der ARD Mediathek verfügbar.

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Westdeutscher Rundfunk
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