SENDETERMIN So, 16.09.18 | 17:15 Uhr | Das Erste

Ein Kind der Stunde Null

PlayDavid Avnir als Baby mit seinen Eltern.
Ein Kind der Stunde Null | Video verfügbar bis 16.09.2019 | Bild: BR / Familie Avnir

David Avnir lebt in Jerusalem. In seinem Pass steht als Geburtsdatum der 12. Juni 1947. Und als Geburtsort: St. Ottilien. Er ist Sohn von Holocaustüberlebenden – von Eltern, die es irgendwie geschafft haben, der nationalsozialistischen Vernichtungsmaschinerie zu entgehen. Doch warum ist er ausgerechnet in einem Benediktinerkloster nördlich des Ammersees zur Welt gekommen?

St. Ottilien – ein Zentrum für den Neubeginn

Der Film von Tilmann Kleinjung erzählt eine ganz besondere Geburtsgeschichte und begleitet David Avnir zurück an seinen Geburtsort: Von 1945 bis 1948 hatte die amerikanische Armee im oberbayerischen Kloster St. Ottilien ein Krankenhaus für ehemalige jüdische KZ-Häftlinge, Displaced Persons (DPs), eingerichtet.

St. Ottilien entwickelte sich in diesen Jahren nach dem Holocaust zu einem kulturellen und politischen Zentrum für den Neubeginn jüdischen Lebens in Deutschland. Es gab Toraschulen und Synagogen, hier wurde die erste Talmudausgabe in Deutschland nach dem Krieg gedruckt und ein eigenes "Ottilien-Orchestra" trat in den DP-Lagern der Umgebung auf. Von Mai 1946 bis April 1948 wurde in St. Ottilien außerdem eine Entbindungsstation betrieben, wo über 400 Kinder zur Welt kamen, die sogenannten Ottilien Babys, "die Kinder der Stunde Null".

Ein Film von Tilmann Kleinjung

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