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F@ck this job

PlayF@ck this Job - Abenteuer im russischen Journalismus
F@ck this Job – Abenteuer im russischen Journalismus | Video verfügbar bis 25.02.2023 | Bild: NDR

"F@ck this Job – Abenteuer im russischen Journalismus" erzählt die Geschichte von Doschd, dem letzten unabhängigen Fernsehsender in Russland, der nach dem Einmarsch der russischen Truppen in die Ukraine am 1. März auf allen russischen Plattformen vom Netz genommen wurde. Wenige Stunden später verließen Chefredakteur Tichon Dsjadko und weitere Redakteure des Senders vorübergehen das Land, zum Schutz ihrer persönlichen Sicherheit. Die Senderchefin Natascha Sindeewa legte Beschwerde gegen die Sperrung ein und blieb in Moskau.

Trotzig sendet sie mit  Doschd weiter auf Netzwerken wie YouTube, Telegram, Instagram und Facebook – Plattformen, auf die die Putin Regierung keinen Zugriff hat. Die Behörden drohen nun YouTube in Russland abzuschalten. Netzaktivisten des Tor Netzwerke wollen Doschd eine neue Plattform anbieten - es entwickelt sich auch ein Kampf für Qualitätsjournalismus in Russland gegen Vladimir Putins Propaganda.

Wer sind diese mutigen Menschen, die den letzten unabhängigen Sender in Russland betreiben? Davon erzählt der Dokumentarfilm "F@ck this Job", der in der ARD Mediathek zu sehen ist und am 8. März um 00.00 Uhr im NDR Fernsehen gezeigt wird. Es ist die Geschichte eines Senders, der sich vom flockigen Lifestyle Sender zum Kämpfer für Qualitätsjournalismus gewandelt hat. Und das alles dank einer sehr mutigen Frau: Natascha Sindeewa.

Der Filmtitel entstammt einem Zitat aus der Live-Reportage eines Doschd-Reporters vom Maidan-Platz in Kiew, als die Polizei auf die Demonstranten schießt. Beim verdeckten Einmarsch in den Donbass verneint Wladimir Putin im Staatsfernsehen, dass russische Soldaten in der Ukraine sind. Währenddessen berichtet Doschd aus dem Donbass und interviewt dort gefangengenommene russische Soldaten. Wie wichtig der Sender ist, zeigt sich in der aktuellen Lage: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wendet sich kurz nach dem Einmarsch der russischen Truppen auf Doschd TV direkt an das russische Volk.

Kämpferin für die Pressefreiheit: Natascha Sindeewa, Gründerin des Senders Doschd
Kämpferin für die Pressefreiheit: Natascha Sindeewa, Gründerin des Senders Doschd | Bild: NDR/BBC/Roastbeef Productions

Der Dokumentarfilm "F@ck this Job" von Regisseurin Wera Kritschewskaja erzählt die Geschichte dieses Senders und seiner Gründerin Natascha Sindeewa von 2008 bis heute. Es ist die bemerkenswerte Geschichte eines Moskauer Glamourgirls mit rosa Porsche und Pelzmantel, die von der Partykönigin zur Kämpferin für die Pressefreiheit in Russland wird. Putin erklärt sie unlängst zur "feindlichen Agentin".

Moskau, 2008. Natascha Sindeewa, frischverheiratete Oligarchengattin, hat eine Idee: Sie will ihr eigenes TV-Imperium. Mit finanzieller Unterstützung ihres Mannes setzt sie ihren Plan um. In Pelzmantel und pinkem Porsche kurvt sie durch Moskau auf der Suche nach einer Immobilie für ihr TV Studio. Die Welt sieht sie durch eine rosa Brille, von Fernsehen, Nachrichten oder Politik hat sie keine Ahnung - aber sie ist voller naivem Optimismus. Es soll ein Lifestyle-Sender für alle werden: "Doschd – the optimistic Channel". Sie heuert ein Team von jungen Journalist*innen an. Es beginnt ein Abenteuer im russischen Journalismus.

Nur eine Woche nach Sendestart wir Doschd zum ersten Mal blockiert. Natascha kämpft ihren Sender immer wieder auf den Schirm. Doschd wandelt sich vom Lifestyle-Sender zum Sender für Qualitätsjournalismus, Natascha wird zur Vorkämpferin für die Pressefreiheit.

Seit dem 18.07.22 sendet Doshd TV wieder.

Diese Sendung ist online first ab 25. Februar 2022 und danach ein Jahr lang in der ARD Mediathek verfügbar.

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Norddeutscher Rundfunk
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