SENDETERMIN Mo, 22.07.19 | 22:35 Uhr | Das Erste

Die Story im Ersten: Klimafluch und Klimaflucht

PlayExtremwetter – Konsequenz der globalen Klimaerwärmung.
Die Story im Ersten: Klimafluch und Klimaflucht | Video verfügbar bis 22.07.2020 | Bild: SWR

Wie viele Menschen bis zum Jahr 2050 zu Klimaflüchtlingen werden, darüber gibt es unterschiedliche Ansichten. Einige Experten sagen, das könne man heute gar nicht vorhersagen. Andere sprechen von mehreren hundert Millionen, einige sogar von Milliarden. Wie immer auch die Zukunft aussieht – sie wird weniger human sein. Und immer mehr Menschen werden vor dem Klimawandel flüchten.

In Afrika zu wenig, in Asien zu viel Regen: Indonesien drohen Überschwemmungen.
In Afrika zu wenig, in Asien zu viel Regen: Indonesien drohen Überschwemmungen. | Bild: SWR

Zum Beispiel, weil der Meeresspiegel ansteigt. Auf den 17.000 Inseln des Staates Indonesien sind heute schon Tausende von Menschen unterwegs, weil ihre an den Küsten gelegenen Wohnorte im ansteigenden Wasser verschwinden. "Das Leben allgemein wird nicht mehr so sein wie wir es heute kennen", sagt Rahmat Witolaer, Sonderbeauftragter für Klimawandel der indonesischen Regierung. "Es werden Seuchen ausbrechen. Und das globale Wirtschaftswachstum wird gestört werden von erbitterten Kämpfen – einer gegen den anderen: Um Essen, um Wasser, vielleicht auch um gute Luft." Bis zu 170 Millionen Indonesier könnten schon bald zu Flüchtlingen werden.

An anderer Stelle treibt zu wenig Wasser das Menschen zur Flucht

An anderer Stelle ist es nicht zu viel Wasser, sondern zu wenig, was die Menschen zur Flucht antreibt. Der Tschad-See in der Sahel-Zone ist seit den 60er Jahren wegen der zunehmenden Hitze bereits um 90 Prozent geschrumpft. Im Laufe dieses Jahrhunderts wird er wahrscheinlich ganz verschwunden sein. Die rund 40 Millionen Menschen, die noch immer von ihm leben, werden dann gezwungen sein, weiter in Richtung Süden zu migrieren, dorthin, wo es noch mehr Regen gibt.

Mohammed Ibrahim, ein Klimaflüchtling im Tschad. Von siebzig Kamelen haben nur fünf überlebt.
Mohammed Ibrahim, ein Klimaflüchtling im Tschad. Von siebzig Kamelen haben nur fünf überlebt. | Bild: SWR

Es wurde immer heißer und trockener und Mohammed Ibrahim entschied sich dahin zu gehen, wo die Temperaturen nicht so unmenschlich waren und es noch ein wenig Wasser gab: Vom Niger hinüber in den Tschad und dann immer weiter Richtung Süden. Über mehrere Jahre, mit seiner Frau, seinen Kindern und seinen 70 Kamelen. Die Hitze verfolgte Mohammed und seine Tiere, von denen immer mehr verdursteten. Jetzt lebt er mit seiner Familie in einem Flüchtlingscamp nahe des Tschad-Sees und nur sieben Kamele sind ihm geblieben.

Wie viele Menschen werden bis zur Mitte unseres Jahrhunderts gezwungen sein, ihre Heimat zu verlassen? Dieser Frage geht die Dokumentation "Klimafluch und Klimaflucht" nach: in der Sahelzone, in Indonesien und in der russischen Tundra, sogenannten "Hotspots" des Klimawandels.

Ein Film von Thomas Aders

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