SENDETERMIN Mo, 08.07.19 | 23:30 Uhr | Das Erste

Geschichte im Ersten: Operation Mondlandung

Die NASA und die Ex-Nazis

A Man on the Moon, Buzz Aldrin und Neil Armstrong betreten als erste Menschen den Mond.
A Man on the Moon, Buzz Aldrin und Neil Armstrong betreten als erste Menschen den Mond. | Bild: WDR/NASA / Neil Armstrong

Die spektakuläre Mondlandung im Jahr 1969 ist auch ein Erfolg von mehr als 100 NASA-Technikern und Ingenieuren aus Deutschland. Was damals kaum jemand wusste: Die Deutschen hatten schon für das Nazi-Regime erfolgreich Raketen gebaut. Darunter die berüchtigte "V2", bei deren Produktion tausende Zwangsarbeiter starben. Der Film "Operation Mondlandung – die NASA und die Ex-Nazis" dokumentiert die Verstrickungen deutscher NASA-Mitarbeiter mit dem Dritten Reich.

Dass Neil Armstrong am 19. Juli 1969 als erster Mensch seinen Fuß auf den Mond setzen konnte, war auch ein Erfolg von Wernher von Braun und mehr als 100 Technikern und Ingenieuren aus Deutschland in Diensten der NASA. So ist die Saturn-V-Rakete das Meisterstück von Arthur Rudolph. Der gebürtige Thüringer orchestrierte als Programm-Manager das komplexe Gemeinschaftswerk aus Zehntausenden Technikern und war stolz auf seinen Beitrag zu dem Jahrhundert-Ereignis.

NASA-Mitarbeiter waren Mitglieder der SS

Doch über der Erfolgsgeschichte liegt ein dunkler Schatten: Denn einige der aus Deutschland stammenden NASA-Mitarbeiter hatten eine Vergangenheit als Nationalsozialisten und waren Mitglieder der SS. 1945 hatten die Amerikaner die Wissenschaftler in einer Geheimoperation in die USA geholt, um sich das deutsche Know-how in der Raketentechnik zu sichern.

Arthur Rudolph hält das Model einer Saturn V Rakete.
Arthur Rudolph hält das Model einer Saturn V Rakete. | Bild: WDR/mauritius images/alamy

Arthur Rudolph hatte mit seinen Kollegen schon in Nazi-Deutschland eine Rakete gebaut, die zu den zerstörerischsten Waffen des Zweiten Weltkriegs gehört: die sogenannte Vergeltungswaffe "V2". Schon bei der Produktion starben mindestens 12.000 Zwangsarbeiter aufgrund der unmenschlichen Arbeitsbedingungen in den unterirdischen Tunneln der Waffenfabrik im thüringischen Harz.

Verstrickung mit dem dritten Reich

Auf der skrupellosen Jagd nach Wissen wurden auch Experten nach Amerika gebracht, deren Rolle bei den verbrecherischen Menschenversuchen in Dachau umstritten ist. Darunter auch der sogenannte Vater der Raumfahrtmedizin, Dr. Hubertus Strughold.

Die Militärs brauchten die Deutschen gegen einen neuen Feind: die Sowjetunion. Der Kalte Krieg hatte begonnen. Und mit dem Sputnik-Schock 1957 wurde auch der Weltraum zum strategischen Schlachtfeld. Erst Jahrzehnte nach der spektakulär erfolgreichen Mondmission wurden in den USA geheime Dokumente freigegeben, die die Verstrickung deutscher NASA-Mitarbeiter mit dem Dritten Reich dokumentieren.

Ein Film von Jens Nicolai

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