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Geschichte im Ersten: Pioniere der Lüfte

PlayElly Beinhorn gehörte zu den berühmten Fliegerfrauen ihrer Zeit: Hier in Berlin.
Geschichte im Ersten: Pioniere der Lüfte | Video verfügbar bis 09.10.2019 | Bild: Radio Bremen/Lufthansa

Seit der Mensch das Fluggerät erfunden hat, ist es der Traum waghalsiger Piloten, den Atlantik nonstop zu überwinden. Tollkühne Männer und Frauen in ihren knatternden Kisten riskieren ihr Leben dafür. Vor 100 Jahren ist der Transatlantikflug erstmals gelungen. Die Dokumentation von Radio Bremen und rbb erinnert an den Wagemut und technischen Erfindergeist, den Atlantik per Flugzeug zu überwinden, blättert zurück in 100 Jahren Fluggeschichte, erzählt von abenteuerlichen Flugversuchen, von grandiosen Leistungen und Rekorden, umjubelten Helden der Lüfte, aber auch von Rückschlägen und Katastrophen. "Pioniere der Lüfte – Nonstop über den Atlantik" zeigt seltene Originaldokumente – besonders beindruckend: Originalbilder vom ersten Transatlantikflug des Flugschiffes R34 im Jahr 1919.

Alles beginnt 1918 mit einem Aufruf der britischen Tageszeitung Daily Mail: 10.000 Pfund wird denjenigen versprochen, die "... als erste den Atlantik mit einem Flugzeug von jedem beliebigen Punkt in den USA, Kanada oder Neufundland nach Großbritannien oder Irland in maximal 72 Stunden überfliegen." Vier Teams versuchen 1919 von Neufundland aus den Start. Es sind allesamt arbeitslose Kriegsflieger. Nur zwei kommen durch: John Alcock und Arthur Whitten Brown.

Die JU 33 "Bremen" über dem Atlantik.
Die JU 33 "Bremen" über dem Atlantik. | Bild: Radio Bremen

Als sie mit ihrem zweimotorigen Doppeldecker am 15. Juni 1919 in Irland landen, haben sie den Atlantik auf dem Luftweg zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit bezwungen. Eine Ungerechtigkeit der Geschichte, dass die beiden Engländer mit ihrem Langstreckenrekord bald in Vergessenheit gerieten.

In den 20er Jahren folgten zahlreiche weitere Versuche und Rekorde.

Es sind dramatische Szenen, die einer der Flieger später beschreibt

Amelia Earhart, Hermann Köhl oder Charles Lindbergh – sie wurden gefeiert wie Popstars, erhielten Orden, reisten umjubelt durch die Lande.

Berühmt wird jedoch das "Bremen"-Trio, das 1928 Geschichte schreibt: Hermann Köhl, Ehrenfried Freiherr Günther von Hünefeld und der Ire James Fitzmaurice. Es sind dramatische Szenen, die Köhl später genauestens beschreibt: ein stotternder Motor, Sturm und Nebel, Hunger, Kälte und schließlich die Furcht, sich gänzlich verflogen zu haben. Das eigentliche Ziel, New York, wo Tausende auf sie warten, verpassen die Abenteurer. Aber sie erreichen mit ihrer Notlandung auf Greenly Island nordamerikanischen Boden und haben damit als erste den Atlantik in Ost-West-Richtung bezwungen.

In kaum einem Bereich sind Frauen so präsent wie beim Fliegen

Wer glaubt, die Transatlantikfliegerei sei ein reines Männerthema, irrt. In kaum einem anderen Bereich sind damals Frauen so präsent wie als Pilotinnen. Die Amerikanerin Amelia Earhart ist 1932 die erste Frau, die den Atlantik in West-Ost-Richtung bezwingt. Allein in einem Flugzeug.

Viele Pioniere der Lüfte sind jedoch verschollen und abgestürzt beim Versuch, den Ozean in einer fliegenden Kiste zu überwinden.

"Pioniere der Lüfte – Nonstop über den Atlantik" geht der Frage nach, was waghalsige Abenteurer(innen) vor 100 Jahren dazu bewegte, den Atlantik auf dem Luftweg zu bezwingen. Erzählt werden persönliche Geschichten von Menschen, die durch ihren Mut und ihre Entschlossenheit zu Helden wurden und zu Wegbereitern einer neuen Art des Reisens von Kontinent zu Kontinent.

Ein Film von Reinhard Joksch

Eine Produktion Moos Film U.G. im Auftrag von Radio Bremen und rbb für Das Erste 2019

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