SENDETERMIN Mo, 01.10.18 | 22:45 Uhr | Das Erste

Die Story im Ersten: Rechtsrockland

PlayKonzert einer rechten Band
Die Story im Ersten: Rechtsrockland (nur in D abrufbar) | Video verfügbar bis 01.10.2019 | Bild: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Themar 2017:
6.000 Neonazis aus ganz Europa marschieren in dem kleinen Südthüringer Ort auf. Es ist das größte Nazi-Festival in der Geschichte der Bundesrepublik. Vorbereitet wurde es von Thüringer Rechtsextremisten.

Ostritz 2018:
Fast 1.300 Rechtsextremisten kommen in die ostsächsische Kleinstadt. Gleich zwei Tage lang feiern die Neonazis ein Festival mit einschlägigen Bands, Tattoo-Wettbewerben und Kampfsport. Wieder wird die Großveranstaltung von einem Thüringer organisiert.

Die T-Shirts des Sicherheitsdienstes wurden beim zweitägigen SS-Festival in Ostritz beschlagnahmt.
Die T-Shirts des Sicherheitsdienstes wurden beim zweitägigen SS-Festival in Ostritz beschlagnahmt. | Bild: MDR

Das Geschäftsmodell

Die Thüringer Neonazis haben sich längst in der Szene einen Namen gemacht. Europaweit gelten sie als Organisationstalente für Rechtsrockkonzerte. Die geschäftstüchtigen, so genannten Bewegungsunternehmer melden unter dem Deckmantel der Versammlungsfreiheit ihre Festivals an. So macht die Szene Geld: für Gerichtskosten, Immobilien und für den Aufbau ihrer Strukturen.

Hendrik Möbus bekannt als Satansmörder von Sondershausen ist heute geschäftstüchtiger Netzwerker der NS-Black-Metal-Szene.
Hendrik Möbus ist Netzwerker der NS-Black-Metal-Szene. | Bild: MDR

Ein Erfolgskonzept: Die Neonazi-Szene ist im Aufwind und auch das Geschäft mit der rechtsextremen Musikkultur floriert. Seit Jahren steigt die Zahl der Neonazi-Konzerte. 259 waren es laut Bundesamt für Verfassungsschutz 2017.

Wer steckt dahinter?

Ein genauer Blick auf die Konzertteilnehmer lohnt sich, denn im Hintergrund ziehen alte Kader und Szenegrößen die Fäden – die "Paten des Rechtsterrorismus". Sie sind zum Teil seit Jahrzehnten in der Szene aktiv – erst unauffällig, jetzt immer offensiver. Ihre Netzwerke sind international und funktionieren erfolgreich – in Deutschland und im europäischen Ausland.

Der Einfluss der deutschen Neonazi-Netzwerker ist dort groß. Auch Gruppen wie "Combat 18", verantwortlich unter anderem für Bombenanschläge in London, sind wieder aktiv. Ihre Strukturen sind untrennbar mit dem Musikgeschäft verbunden. Und die Behörden sehen hilflos zu.

Ein Film von Johanna Hemkentokrax und Axel Hemmerling

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Mo, 01.10.18 | 22:45 Uhr
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Mitteldeutscher Rundfunk
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