SENDETERMIN So., 30.10.22 | 21:45 Uhr | Das Erste

Reeperbahn Spezialeinheit FD65

Hamburgs Kampf gegen das organisierte Verbrechen

"Ende der 1970er Jahre vermehrten sich die Stimmen, dass wir es hier in Hamburg zu tun haben mit organisierter Kriminalität. Und Mafia. Das Wort 'Mafia' fiel auch.“ (Wolfgang Sielaff, Inititator der FD65)

Während Politiker noch deutschlandweit die Existenz organisierter Verbrechenstrukturen leugnen, erkennt der Hamburger Kriminalist Wolfgang Sielaff die Zeichen der Zeit und initiiert Anfang der 1980er-Jahre – inspiriert vom US-amerikanischen FBI – Deutschlands erste Polizeieinheit zur Bekämpfung organisierter Kriminalität: die Fachdirektion 65.

Er versammelt 45 der besten Ermittlerinnen und Ermittler, um in den Kampf gegen das in Deutschland damals neue Phänomen "Organisiertes Verbrechen" zu ziehen, das heute mit EncroChat, Abou Chaker Clan oder dem Mord an dem holländischen Journalisten Peter R. de Vries traurige Berühmtheit erlangt hat.

Eingebettet in die turbulente Zeitgeschichte der 1980er-Jahre erzählt "Reeperbahn Spezialeinheit FD65"  von Ermittlerinnen und Ermittlern der FD65, Polizeireportern, Zuhältern, Prostituierten und Politikern, vom Rotlichtmilieu, der Reeperbahn und dem Katz-und-Maus-Spiel zwischen der Fachdirektion 65 und den Gegenspielern. Darunter sind der „Pate von St. Pauli“ Wilfrid Schulz, die US-Mafia und korrupte Polizeibeamte, rivalisierende Zuhältergangs, die Hells Angels sowie der „Killer von St. Pauli“, der mit einer bis heute unfassbaren Mordserie die Fachdirektion 65 mitten ins Herz trifft.

"Fachdirektion 65" gegen organisiertes Verbrechen war inspiriert vom FBI

"Reeperbahn Spezialeinheit FD65" erzählt konsequent aus der Perspektive der Polizei. Die Gegenspieler von damals, so sie noch leben, liefern dazu ihre Sicht der Ereignisse aus den 1980er-Jahren. Einen besonderen Blick werfen die Macherinnen und Macher der Dokumentation dabei auf die Frauen in der Polizei und im Rotlichtmilieu. Ehemalige Prostituierte schildern in "Reeperbahn Spezialeinheit FD65" ebenso ihre Lebensgeschichten wie Frauen, die zu den ersten Polizistinnen, V-Frauen und Kriminalistinnen Deutschlands gehören. All diese Frauen vereint ihre Stärke und dass sie für ihre Positionen in ganz unterschiedlichen, männlich geprägten Milieus kämpfen mussten.   

Interviews, szenische Bilder und bisher unveröffentlichtes Archivmaterial aus Verbrechensbekämpfung, Rotlichtmilieu und Zeitgeschichte verschmelzen in "Reeperbahn Spezialeinheit FD65" zu einer spannenden und  turbulenten Reise in die 1980er-Jahre auf der Hamburger Reeperbahn, der "schmutzigsten Meile der Welt".

Im Auftrag des NDR und in Zusammenarbeit mit dem SWR, WDR und RBB sowie OneGate Media wurde diese aufwendige Produktion von der preisgekrönten Gebrüder Beetz Filmproduktion entwickelt und realisiert. Gefördert wurde das Projekt mit Mitteln des German Motion Picture Fund, der nordmedia - Film- und Mediengesellschaft Niedersachsen/Bremen mbH und der MOIN Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein. Die Gebrüder Beetz Filmproduktion war auch für die Herstellung der ersten deutschen Netflix Original-Dokuserie "Rohwedder" verantwortlich. 

Ein Film von Georg Tschurtschenthaler

Die Serie feiert am 6. Oktober 2022 beim renommierten Filmfest Hamburg ihre Weltpremiere.

Die fünfteilige Serie dazu ist ab Donnerstag, 27. Oktober, in der ARD-Mediathek zu finden.

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