SENDETERMIN Mi., 20.07.22 | 22:50 Uhr | Das Erste

Schlingensief – In das Schweigen hineinschreien

Dokumentarfilm im Ersten

Über zwei Jahrzehnte hat Christoph Schlingensief ein Werk geschaffen, das in seiner Art und Wirkung unvergleichbar ist. Mit seinen "Heimatfilmen", seinen Aktionen und Interventionen in Theater, Fernsehen, Oper und Kunst prägte er den kulturellen und politischen Diskurs in Deutschland. Das Porträt unternimmt erstmals den Versuch, den Ausnahmekünstler in seiner ganzen Bandbreite zu dokumentieren. - Christoph Schlingensief.
Christoph Schlingensief | Bild: rbb

"Schlingensief – In das Schweigen hineinschreien" ist ein Film über den 2010 mit 49 Jahren verstorbenen Ausnahmekünstler Christoph Schlingensief. Der Fokus des Films liegt auf Schlingensiefs Auseinandersetzung mit Deutschland. Sein Verhältnis zu diesem Land war widersprüchlich: Einerseits verspürte er eine Verbundenheit mit den Menschen und Orten seiner Herkunft, seiner Kernfamilie und so etwas wie "Heimat", andererseits rebellierte er gegen sie – auch gegen den Kleinbürger in sich selbst – und provozierte bis hin zur Forderung "Tötet Helmut Kohl" auf der documenta X 1997.

Dass er 2004, am deutschesten Ort der Hochkultur, in Bayreuth Wagners Erlöser-Oper "Parsifal" inszenieren durfte, und später die Einladung erhielt, den deutschen Pavillon der Biennale in Venedig zu gestalten, erfüllte ihn auch mit Stolz, weil er erkannte, dass die Hassliebe zu seinem Land doch noch mit Anerkennung erwidert wurde.

Fokus des Films liegt auf Schlingensiefs Auseinandersetzung mit Deutschland

"Schlingensief – In das Schweigen hineinschreien" ist ein Montage-Film der Editorin Bettina Böhler, die zwei der wichtigsten Filme von Christoph Schlingensief, "Terror 2000" und "Die 120 Tage von Bottrop", geschnitten hat. Ihr Film besteht aus sehr umfangreichem Archivmaterial aus vier Jahrzehnten, Erzähler ist Schlingensief selbst.

Über zwei Jahrzehnte hat Christoph Schlingensief ein Werk geschaffen, das in seiner Art und Wirkung unvergleichbar ist. Mit seinen "Heimatfilmen", seinen Aktionen und Interventionen in Theater, Fernsehen, Oper und Kunst prägte er den kulturellen und politischen Diskurs in Deutschland. Das Porträt unternimmt erstmals den Versuch, den Ausnahmekünstler in seiner ganzen Bandbreite zu dokumentieren. - Karin Witt und Christoph Schlingensief.
Karin Witt und Christoph Schlingensief | Bild: rbb

Der Dokumentarfilm ist eine Produktion der Filmgalerie 451 in Koproduktion mit dem Rundfunk Berlin-Brandenburg und dem Westdeutschen Rundfunk. Gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, Medienboard Berlin-Brandenburg, Film- und Medienstiftung NRW, Deutscher Filmförderfonds. Der Film feierte auf der Berlinale Premiere.

Ein Film von Bettina Böhler

Diese Sendung ist online first ab Beginn des Sendetags und danach für drei Monate in der ARD Mediathek verfügbar.

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