SENDETERMIN Mo., 05.09.22 | 20:15 Uhr | Das Erste

Tod und Spiele – München '72

PlayEinmarsch von Israel
Folge 1: Countdown (S01/E01) | Video verfügbar bis 25.08.2023 | Bild: imago / Sven Simon

Die Olympischen Spiele 1972, die "heiteren Spiele", sollen mehr sein als nur ein sportliches Groß-Event. Sie sind der Gegenentwurf zu Hitlers Spielen in Berlin 1936 und präsentieren die Bundesrepublik Deutschland als junge, weltoffene Demokratie. Aber am elften Tag, in den frühen Morgenstunden des 5. Septembers, stürmt ein Kommando der palästinensischen Organisation "Schwarzer September" die Unterkünfte der israelischen Delegation im Olympia-Dorf und tötet dabei Ringer-Coach Moshe Weinberg und Gewichtheber Yossef Romano. Neun weitere Israelis werden als Geiseln genommen.

Deutsche Polizisten auf den Dächern des Olympiadorfs während einer Befreiungsaktion, die später abgebrochen wurde.
Deutsche Polizisten  | Bild: ARD/rbb / IMAGO-Klaus Rose

Die Forderung der Geiselnehmer ist die Freilassung von mehr als 200 in israelischer Haft befindlichen Palästinensern. Andernfalls drohen sie mit der Ermordung aller Geiseln. Doch die israelische Premierministerin Golda Meir weigert sich, den Forderungen nachzukommen: Mit Terroristen wird nicht verhandelt.

Deutsche Polizisten, in Trainingsanzügen getarnt, beziehen im Olympischen Dorf Stellung, um die Geiselnahme zu beenden. Die Vorbereitung der Befreiungsaktion wird von den anwesenden Medien gefilmt und live im Fernsehen übertragen und kann damit von den Geiselnehmern verfolgt werden. Die Aktion wird erfolglos abgebrochen.

Befreiungsaktion endet im Fiasko

Zerstörter Hubschrauber am Flughafen Fürstenfeldbruck am Tag nach dem Anschlag.
Zerstörter Hubschrauber am Flughafen Fürstenfeldbruck  | Bild: ARD/rbb / IMAGO-Heinz Gebhardt

Nach stundenlangen Verhandlungen einigen sich Krisenstab und Geiselnehmer schließlich darauf, Geiseln und Terroristen nach Kairo auszufliegen, doch heimlich plant die deutsche Polizei eine Befreiung auf dem Militärflugplatz Fürstenfeldbruck. Die Befreiungsaktion endet im Fiasko. Die drei überlebenden Geiselnehmer werden in Deutschland inhaftiert, aber wenige Wochen später durch eine Flugzeugentführung freigepresst. Die beiden noch lebenden Mitglieder des München-Kommandos sind bis heute untergetaucht.

Noch nie geschilderte Perspektive der Täter

Der Film von Bence Máté und Lucio Mollica erzählt aus unterschiedlichen Perspektiven den Tag, der als Geburtsstunde des internationalen Terrorismus gilt. Da ist die Perspektive von Polizisten aus München, die Perspektive der Sportler aus Israel und der israelischen Sondereinheit, da ist aber auch die ungewöhnliche, so nah und konsequent noch nie geschilderte Perspektive der Täter. Für diesen Film äußern sie sich erstmals vor der Kamera.

Ehud Barak auf dem Gelände des Militärflughafens Fürstenfeldbruck
Ehud Barak | Bild: rbb

Mit Bildern, die sich bis heute ins kollektive Gedächtnis eingebrannt haben, und mit bisher unbekannten Archivaufnahmen erzählt der Film von den Ereignissen des 5. Septembers 1972. Er zeigt das Versagen des deutschen Polizei- und Sicherheitsapparats, vor allem aber macht er die Dimensionen des bis heute andauernden Nahost-Konflikts spürbar und zeigt, dass die Wunden der Angehörigen der Opfer bis heute nicht geheilt sind.

Ein Film von Bence Máté und Lucio Mollica

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