SENDETERMIN Di., 01.11.22 | 23:35 Uhr | Das Erste

Echtes Leben: Einsamer Tod – Wenn der Staat beerdigen muss

PlayLetzte Ehre für einen einsam Verstorbenen – die ordnungsbehördlichen Beerdigung

Ein Hausarzt benachrichtigt die Polizei. Seit Wochen hat Michael L. seine Medikamente nicht abgeholt. Auch die Nachbarn haben den älteren Herrn von gegenüber lange nicht gesehen. Vor zehn Jahren war er in das Mietshaus eingezogen. Als Beamte die Wohnungstür öffnen, finden sie seinen Leichnam. Drei Wochen lang bemerkte keiner, dass der 66-Jährige tot in seiner Wohnung lag.

Damit beginnt für Bianca Heggen vom Ordnungsamt so etwas wie ein kleiner Krimi: Zehn Tage hat sie Zeit, Verwandte von Herrn L. zu finden. So lange darf es dauern, bis ein Leichnam bestattet oder eingeäschert sein muss. "Man hat gar keine Vorstellung davon, wie viele Menschen keinen Kontakt mehr zu ihrer Familie haben und einsam sterben", erzählt die Aachenerin. In den vier Jahren, seit sie diesen Job macht, konnte sie bei nur 54 Todesfällen Angehörige ermitteln. Bei 200 Menschen musste das Amt die Bestattung organisieren.

Viele Menschen sterben einsam

Sachbearbeiterin Bianca Heggen muss Angehörige in einem Sterbefall ermitteln.
Sachbearbeiterin Bianca Heggen muss Angehörige in einem Sterbefall ermitteln.

Für eine würdige Beisetzung kümmert sich in Aachen ein ungewöhnliches Projekt aus Kirche, Ordnungs- und Friedhofsamt. Mit dem Ziel, einsam Verstorbenen die letzte Ehre zu erweisen, nehmen an den Beerdigungen sogar Freiwillige teil.

Während Pfarrerin Ursula Heck die Trauerfeier für Michael L. vorbereitet, gibt es im Ordnungsamt bereits einen neuen Fall, die Spur führt ins Ausland. Bianca Heggen will dafür sorgen, dass die Verstorbene bei ihrer Familie in den USA bestattet wird.

Ein Film von Viktor Apfelbacher und Thomas Rosenberg

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