SENDETERMIN So., 08.08.21 | 17:30 Uhr | Das Erste

Echtes Leben: Keine Kohle, keine Klassenfahrt, keine Chance?

Kinderarmut in Deutschland

PlayViele Jugendliche haben nicht dieselben Chancen, sagt Mert.

"Sie sagen zwar immer, es kommt nicht darauf an, wo du herkommst, aber es kommt gerade drauf an, wo du herkommst", sagt der 17-jährige Mert aus Berlin-Neukölln.

Jedes fünfte Kind in Deutschland wächst in Armut auf – mit denkbar schlechten Zukunftschancen. Das Problem ist seit Jahren bekannt – der Staat zahlt Milliarden für familienpolitische Leistungen – doch unsere Gesellschaft spaltet sich trotzdem immer mehr in arm und reich. Warum ändert sich nichts?

Soziale Ungleichheit

Wer weniger als 60 Prozent des durchschnittlichen Einkommens hat, gilt als arm, das ist die Definition. Arm sein bedeutet in Deutschland vor allem soziale Ungleichheit. Es kann schnell gehen, dass jemand in finanzielle Not gerät: Krankheit, Jobverlust oder Trennung.

Die alleinerziehende Tanja H. aus Köln verlor durch einen Hörsturz verbunden mit einem Burnout ihre Arbeit und lebt mit ihrer 15-jährigen Tochter Kilia von Arbeitslosengeld. Für Kino, Konzerte, Freibad oder Kilias Hobbys reicht das monatliche Budget nicht.

Kilia will mal Polizistin werden.
Kilia will mal Polizistin werden.

Arme Kinder und Jugendliche sind auf kostenlose Freizeitangebote angewiesen. Doch viele Jugendzentren werden von Land und Kommunen nicht ausreichend ausgestattet. Im Kölner Don Bosco Club wurden z. B. Stellen gestrichen, sogar die Kirche schickt keine Mitarbeiter mehr.

Der Kölner Pfarrer Hans Mörtter versucht, das Problem von armen Kindern abzufedern, indem er Spenden sammelt und an Familien verteilt. Er will sich an die Politik wenden. Denn soziale Ungleichheit ist ein strukturelles Problem. Die Politik wird es nicht alleine lösen können, aber sie könnte endlich einen Anfang machen.

Viele Jugendliche haben nicht dieselben Chancen, sagt Mert.
Viele Jugendliche haben nicht dieselben Chancen, sagt Mert.

Ein Film von Renate Werner

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