SENDETERMIN Di., 25.10.22 | 23:35 Uhr | Das Erste

Echtes Leben: Mein Tod. Meine Entscheidung?

PlayRalf Bladt wollte in einem Ruhehain beerdigt werden. Den Baum, unter dem er begraben sein wollte, hat er sich vor seinem assistierten Suizid noch selbst ausgesucht.
Echtes Leben: Mein Tod. Meine Entscheidung | Video verfügbar bis 25.10.2023 | Bild: MDR/Thomas Keffel

2020 hat das Bundesverfassungsgericht das Verbot der geschäftsmäßigen Sterbehilfe gekippt. Der Gesetzgeber soll nun eine Regelung für den assistierten Suizid finden, die das Selbstbestimmungsrecht des Menschen stärker berücksichtigt. Über diese Regelung soll im Herbst 2022 entschieden werden. Aktuell gibt es große Unsicherheiten: Trotz des Urteils des Bundesverfassungsgerichtes wird Menschen der Zugang zu tödlichen Medikamenten verwehrt, wird assistierter Suizid behindert. Sterbehilfevereine in Deutschland haben Zulauf, aber Menschen, die in einem Pflegeheim oder einem Hospiz leben, sind auf die Zustimmung des Trägers angewiesen.

Im Film kommen Menschen zu Wort, die aus persönlicher Betroffenheit oder beruflich mit der Frage nach einem selbstbestimmten Tod konfrontiert sind:

Der Arzt Johannes Spittler reist durch die Republik und begleitet Menschen, die ihrem Leben ein Ende setzen wollen. Der Achtzigjährige ist als Einzelkämpfer und aus innerer Überzeugung unterwegs. Er wünschte sich mehr Kollegen, die sich diese Aufgabe zumuten.

Sylvia Bartz lebt seit einigen Monaten im Lazarus-Hopsiz in Berlin. Sie hat eine schwere, unheilbare Krankheit und weiß, dass die Zeit, die ihr bleibt, begrenzt ist. Sie hat ihr Leben selbstbestimmt gestaltet und kann verstehen, dass Menschen auch über die Art und Weise des Sterbens entscheiden wollen. Im Lazarus-Hospiz würde aber einem Sterbehelfer wie Johannes Spittler der Zutritt verweigert.

Die Frage nach einem selbstbestimmten Tod – Betroffene kommen zu Wort

Ein rigoroses Nein zum assistierten Suizid in kirchlichen Einrichtungen hält Ulrich Lilie für schwierig. Der Diakoniepräsident möchte nicht, dass schwerkranke Bewohner deshalb vor die Tür gesetzt werden.

Petra Bladt hat ihren schwerkranken Mann auf seinem Weg zum „assistierten Suizid“ unterstützt und begleitet. Sein selbstbestimmter Tod hat ihr den Abschied leichter gemacht.
Petra Bladt hat ihren schwerkranken Mann auf seinem Weg zum "assistierten Suizid" unterstützt und begleitet.  | Bild: MDR / Thomas Keffel

Petra Bladt hat vor wenigen Wochen ihren Mann in den Tod begleitet. Seine ALS-Erkrankung schritt rasant voran und er wollte nicht bis zum bitteren Ende durchhalten. So schwer ihr dieser Weg gefallen ist, so tröstet sie doch die Überzeugung, dass dies sein Wunsch war.

Im Herbst 2022 wird über den assistierten Suizid im Bundestag gestritten. Es geht um die Frage, was heißt würdevolles Sterben und wie vertragen sich Selbstbestimmung und Lebensschutz.

Ein Film von Henrike Sandner

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