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Echtes Leben: Schuld – Verzeihen als Lebensaufgabe

PlayTorsten Lüdke am Grab seiner Tochter
Schuld - Verzeihen als Lebensaufgabe | Video verfügbar bis 18.04.2022 | Bild: WDR/Lona media / Alexander Rott

Wenn Ivonne und Torsten Lüdtke aus Wolgast aus dem Fenster schauen, blicken sie auf das Grab ihrer Tochter. Auf dem Friedhof neben ihrem Haus wurde 2016 ihre Tochter Selina begraben. Sie war 14 Jahre alt. Ein glücklicher Teenager, die Familie ein lebensfrohes Trio.

Schuld und Verzeihen

Doch von einem Tag auf den anderen war alles anders. Selina stirbt an einem tödlichen Drogen-Mix. Mitgebracht von ihrem Freund, der zum ersten Mal bei ihr übernachten durfte. Viele Details sind bis heute nicht geklärt. Neben Schmerz und Trauer durchziehen zwei Fragen das Leben der Lüdtkes: Können wir Selinas Freund verzeihen? Und: Können wir uns selbst verzeihen, dass wir ihn übernachten ließen?

Schuld und Verzeihen sind nach schweren Schicksalsschlägen entscheidende Themen, wenn es darum geht, wie man das Leben wieder annehmen und ihm eine neue Richtung geben kann.

Dem Leben eine neue Richtung geben

Auch Claudia Fromme aus Haltern am See hat sich mit Schuld und Verzeihen in den vergangenen zwölf Jahren immer wieder beschäftigt. Auf dem Weg in den Skiurlaub verursachte sie in Österreich einen Autounfall. Ihr Mann Michael und die 13-jährige Tochter Annika starben. Sie selbst und ihr Sohn Felix überlebten.

Claudia Fromme hat lange gebraucht, sich zu verzeihen. Sie hat sich immer wieder gefragt: Was hätte ich anders machen können? Warum habe ich überhaupt das Steuer übernommen? Warum bin nicht ich gestorben? Sie suchte Trauergruppen auf und fand einen großen Halt in einer neu entdeckten Spiritualität.

Claudia Fromme
Claudia Fromme wusste, sie muss sich selbst verzeihen. Nur so konnte sie wieder glücklich sein. | Bild: WDR / Lona media

Die heute 50-Jährige krempelte ihr Leben um und machte eine Ausbildung zur Yogalehrerin. Dort lernte sie auch ihren neuen Partner Holger kennen. "Ich habe mir verziehen. Ich musste mir verzeihen, weil ich wusste, ich möchte trotz allem wieder glücklich sein. Auch um meines Sohnes Willen."

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