SENDETERMIN So., 22.08.21 | 13:15 Uhr | Das Erste

Erlebnis Erde: Bruno, der Bär ohne Pass

mit Hannes Jaenicke auf Spurensuche

Hannes Jaenicke mit Bruno im Museum Natur und Mensch, München.
Hannes Jaenicke mit Bruno im Museum Natur und Mensch, München. | Bild: WDR / Längengrad Filmproduktion

Jederzeit kann ein Bär über Deutschlands Grenzen kommen. So wie der berühmte Pionier seiner Art im Frühsommer 2006: Bruno. Völlig unerwartet hatte das Tier die Grenze nach Deutschland überschritten. Bruno wurde zunächst als Held gefeiert, dann als Problembär abgestempelt und schließlich erschossen. Wer war dieser Bär? Woher kam er? Und wie gehen wir in Zukunft mit den großen Wildtieren um?

Der Schauspieler Hannes Jaenicke, bekannt für sein weltweites Engagement im Tier- und Naturschutz, macht sich erstmals in seiner Heimat auf die Spurensuche. Seine Reise führt von Slowenien über Italien bis in die bayerischen Alpen.

Hannes Jaenicke am Lago di Tovel in Norditalien. Dort im Adamello Brenta-Naturpark leben noch fünfzig Braunbären. Auch Bruno stammte von dort, bevor er Bayern erreichte.
Hannes Jaenicke am Lago di Tovel in Norditalien. Dort im Adamello Brenta-Naturpark leben noch fünfzig Braunbären. Auch Bruno stammte von dort, bevor er Bayern erreichte. | Bild: WDR / Längengrad Filmproduktion

Hannes Jaenicke trifft dabei Jäger und Wildhüter, Bärenmanager und Tierparkleiter. Sie alle kannten Bruno und seine ungewöhnliche Vorgeschichte. Stück für Stück enträtselt Hannes Jaenicke, warum der Bär sich so anders verhielt, als die Behörden von ihm erwarteten.

Umgang mit Wildtieren

Hannes Jaenicke erfährt, wie andere europäische Länder mit den Wildtieren umgehen, Konflikten vorbeugen und die Bären "managen". Hautnah ist er dabei, wenn in Slowenien Bären gefüttert und gejagt werden. Er begleitet auch italienische Wildhüter, die mit Waffengewalt randalierende Bären aus Siedlungen vertreiben.

Ausgewachsene männliche Bären wie dieses Exemplar können bis zu 300 Kilogramm wiegen.
Ausgewachsene männliche Bären wie dieses Exemplar können bis zu 300 Kilogramm wiegen. | Bild: WDR / Längengrad Filmproduktion

Schließlich schaut Hannes Jaenicke, wie sich Deutschland auf Bäreneinwanderer vorbereitet. Es eilt: In Norditalien leben bereits wieder über 40 Bären und vermehren sich schnell. Wanderfreudige Exemplare könnten innerhalb weniger Tage Bayern erreichen. Diesmal will man dort besser vorbereitet sein als 2006.

Mit Braunbären leben

Damals lief ein Bär zum ersten Mal seit der Ausrottung der Art vor rund 170 Jahren durch deutsche Wälder. Auf seinem Weg riss er Schafe, brach Bienenhäuser auf und verwüstete Hühnerställe. Alle Versuche, ihn einzufangen, schlugen fehl. Der Abschuss des Bären führte zu vielfältigen Protesten und internationalen Spannungen. Hannes Jaenicke stellt fest: Seit Bruno hat sich einiges getan - aber reicht das aus?

Junge Bären sind neugierig.
Junge Bären sind neugierig. | Bild: WDR/Längengrad Filmproduktion / Erik Sick

Hannes Jaenickes abenteuerliche Reise offenbart unser zwiespältiges Verhältnis zu einem ganz normalen Wildtier, das wir gerne als Teddybär verhätscheln oder als Bestie verurteilen. Ruhig und sachlich versucht er die Frage zu klären: Sind wir schon bereit, wieder mit Braunbären zu leben?

Ein Film von Herbert Oswald

Erstausstrahlung: 29.04.2013

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