SENDETERMIN So, 05.05.19 | 16:30 Uhr | Das Erste

Erlebnis Erde: Mythos Kongo (2)

Im Reich der Menschenaffen

Die extremen Strömungen an den Livingstonefällen haben schon viele Fischer das Leben gekostet.
Die extremen Strömungen an den Livingstonefällen haben schon viele Fischer das Leben gekostet. | Bild: NDR/Doclights GmbH / Blue Planet Film

Der Kongo ist einer der mächtigsten und tiefsten Flüsse der Erde. Der Strom und die angrenzenden Wälder sind Rückzugsräume und Heimat für einige der wundersamsten Kreaturen unserer Erde. Tief im Inneren der dichten Urwälder leben unsere nächsten Verwandten: Drei der vier Menschenaffen-Arten leben im Kongobecken. Mit außergewöhnlichen Aufnahmen gewährt auch die zweite Folge "Mythos Kongo – Im Reich der Menschenaffen" spannende Einblicke in eine der geheimnisvollsten und gefährlichsten Regionen unserer Erde.

Primaten im Vergleich

Lautes Trommeln hallt durch das Unterholz. Aus den Tiefen des Dschungels stürzt ein Silberrücken – Anführer einer Sippe Flachlandgorillas. Doch er wird seinem Ruf als Macho nicht gerecht: Liebevoll kümmert er sich um seine Familie. Zwei weitere, nahe Verwandte des Menschen leben im Kongobecken. Ihre Evolution hat der Kongo Fluss entscheidend geprägt: Während die Schimpansen nördlich des Flusses leben, gibt es Bonobos ausschließlich auf der Südseite. Eingeschlossen von den Wassermassen des Kongo entwickelten Bonobos ihre eigene Gesellschaftsform – eine ganz andere als die der Schimpansen: Während Schimpansen gewalttätig werden können, um Konflikte zu lösen, nutzen Bonobos stattdessen Sex!

Erstmals vergleicht ein Film das Sozialverhalten der drei großen Primaten des Kongos – mit überraschenden Ergebnissen!

Der Silberrücken Makumba führt seit vielen Jahren eine Gruppe Westlicher Flachlandgorillas durch das Dzanga-Sangha Waldreservat.
Der Silberrücken Makumba führt seit vielen Jahren eine Gruppe Westlicher Flachlandgorillas durch das Dzanga-Sangha Waldreservat. | Bild: NDR/Doclights GmbH / Blue Planet Film

Leben in 200 Meter Tiefe

Über Jahrmillionen hat der Kongo tiefe unterirdische Schluchten ins Flussbett gewaschen – an manchen Stellen misst er mehr als 200 Meter, der Kongo ist tiefer als jeder andere Fluss! Selbst an den tiefsten Stellen gibt es noch Leben: Der blinde, fast durchsichtige Stachelaal, hat sich perfekt an das Leben in Dunkelheit angepasst.

Nach fast 5.000 Kilometern erreicht der Kongo den Atlantik. An den friedlichen Stränden des Pongara National Parks nimmt er Tausende kleiner Lebewesen mit auf seine Reise ins Meer: Es sind Lederschildkröten, die gerade erst geschlüpft sind. Die Winzlinge hasten in Richtung Wasser, der Strand birgt lauter Hindernisse und Gefahren. Sobald die Brandung sie erfasst, haben sie ihr erstes Abenteuer überstanden – und es zieht sie, wie den Kongo, hinein in die Weiten des Ozeans.

Zweiteiliger Film von Thomas Behrend