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Erlebnis Erde: Naturwunder Nordalaska

Ein Paradies in Gefahr

Moschusochsen treffen beim Kampf mit einer gewaltigen Kraft aufeinander. Den Aufprall überleben sie nur wegen extrem dicker Schädelknochen.
Moschusochsen treffen beim Kampf mit einer gewaltigen Kraft aufeinander. Den Aufprall überleben sie nur wegen extrem dicker Schädelknochen. | Bild: NDR/Doclights GmbH / Florian Schulz

Fast 80.000 Quadratkilometer unberührte Wildnis umfasst das "Arctic National Wildlife Refuge" im Norden Alaskas. Es ist das größte Naturschutzgebiet der USA. Den Süden durchzieht die mächtige Brooks-Kette, mit Gipfeln von mehr als 2.500 Metern Höhe, der ebene Norden grenzt an die eisige Beaufortsee. In diesen vielfältigen Landschaften haben Wölfe, Eisbären, Grizzlybären, Moschusochsen, Karibus und Steinadler ihren Lebensraum.

Extra: Naturfilmer Florian Schulz über das Naturwunder Nordalaska | Video verfügbar bis 11.01.2022

Seit Jahrtausenden wandern die trächtigen Karibu-Kühe im Frühjahr aus ihren Winterquartieren, der Taiga am Fuße der Brooks-Kette, in die Tundra der Küstenebene, um dort ihre Kälber zur Welt zu bringen. Auch Millionen Zugvögel ziehen hier ihre Küken auf oder legen im Herbst auf ihrer Wanderung nach Süden einen Zwischenstopp ein. Im Winter beziehen dort Eisbärenmütter mit ihren Jungen Quartier, während die urtümlichen wind- und kälteresistenten Moschusochsen das ganze Jahr über hier leben.

Das arktische Naturparadies schwebt in großer Gefahr

Leider lagern auch riesige Mengen Erdöl unter der Küstenebene – und deswegen schwebt das arktische Naturparadies in großer Gefahr. Denn 2017 erteilte die US-amerikanische Regierung die Bohrgenehmigung – mitten im Naturschutzgebiet. Wird das Vorhaben nicht noch abgewendet, werden die Herden viele ihrer uralten Wanderrouten verlieren. Und nicht nur die Karibus - alle Tiere, vom Eisbär bis zum Moschusochsen, geraten durch den Bau von Ölinfrastrukturen in Gefahr, sei es durch Ölverschmutzung oder störende menschliche Aktivitäten.

Für Eisbären wird das Überleben in Alaska immer schwieriger.
Für Eisbären wird das Überleben in Alaska immer schwieriger. | Bild: NDR/Doclights GmbH / Florian Schulz

Für die Doku "Naturwunder Nordalaska – Ein Paradies in Gefahr" war Filmemacher Florian Schulz fünf Jahre lang immer wieder in der extremen Natur Nordalaskas unterwegs. Er begleitete die Karibus auf ihrer langen und gefahrvollen Wanderung ans Nordpolarmeer. Magische Cineflex-Luftaufnahmen zeigen, wie die riesigen Herden im Frühjahr und am Ende des Sommers das schwierige Gebirgsterrain überwinden und sie dabei von Wölfen und Grizzlybären verfolgt und angegriffen werden.

Die Brookskette zieht sich vom Beringmeer bis zur Beaufortsee über 1.000 Kilometer quer durch Alaska.
Die Brookskette zieht sich vom Beringmeer bis zur Beaufortsee über 1.000 Kilometer quer durch Alaska. | Bild: NDR/Doclights GmbH / Florian Schulz

Faszinierende Bilder der farbenfrohen arktischen Tundra und ihres überbordenden Lebens, aber auch bedrückende Aufnahmen von gestrandeten Eisbären, denen ihr Lebensraum zunehmend unter den Pranken schmilzt, rufen ins Bewusstsein, wie verletzlich die Arktis ist und wie sehr sie den Schutz des Menschen bedarf.

Ein Film von Florian Schulz

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