SENDETERMIN Mo., 19.04.21 | 20:15 Uhr | Das Erste

Erlebnis Erde: Naturwunder Pantanal

Brasiliens geheimnisvolle Wildnis

PlayDie Hyazintharas sind die größten Aras der Welt.
Naturwunder Pantanal | Video verfügbar bis 19.04.2022 | Bild: NDR/Doclights GmbH

Pantanal ist brasilianisch und bedeutet Sumpf. So schlicht der Name, so spektakulär ist das größte Feuchtgebiet der Erde im Herzen von Südamerika. Diese Millionen Jahre alte Landschaft umfasst eine Fläche von der Größe Großbritanniens und ist eine Arche Noah für Jaguare, Riesenotter, Hyazintharas, Ameisenbären und viele andere charismatische und andernorts bedrohte Tiere und Pflanzen. Doch warum ist das so? Erstmalig wird dieses Geheimnis gelüftet.

Bis in die 1970er Jahre wurden viele Tierarten bis an den Rand der Ausrottung gebracht. Doch umfangreiche Schutzmaßnahmen ermöglichten ein unglaubliches Comeback. So kann man heute große Familien von Riesenotter durch die Flüsse jagen sehen. In den Steilufern ziehen sie ihre Jungen groß. Kaimane, Verwandte des Alligators wurden einst millionenfach wegen ihrer Haut getötet. Heute sind sie überall im Pantanal zu beobachten. Die größten Papageien der Welt waren fast verschwunden. Heute leben 90 Prozent aller Hyazintharas der Welt im Pantanal. Mit ihnen über 400 weitere Vogelarten. Seitdem die Jagd auf die Jaguare verboten wurde, liegen die Könige der Wildnis wieder zahlreich auf der Lauer.

Einzigartiges Mosaik aus Flüssen

Die Dynamik von Hochwasser und Trockenzeit schafft ein einzigartiges Mosaik aus Flüssen, Seen, Sümpfen, Galeriewäldern und Cerrados, savannenähnliche Landschaften. Mitten drin und weit verstreut liegen die Fazendas, Farmen auf denen traditionelle Rinderzucht betrieben wird. Die Herden weiden inmitten der ursprünglichen Landschaft. Kein Wald wird für sie abgeholzt. Mensch und Natur haben hier Frieden geschlossen. Stück für Stück erfährt der Zuschauer, warum die Welt im Pantanal noch weitgehend in Ordnung ist, aber auch wodurch dieses Naturparadies bedroht ist.

Überall im südliches Pantanal gibt es Seen, die das Land wie riesige Punkte übersähen
Überall im südliches Pantanal gibt es Seen, die das Land wie riesige Punkte übersähen | Bild: NDR/Doclights GmbH

2020 erlebte das Pantanal die schrecklichste Katastrophe der jüngeren Geschichte. Zehn Monate fraßen sich Feuer durch das Sumpfgebiet. Fast ein Drittel der gesamten Fläche wurde vernichtet. Verheerend für Wildtiere und auch die Menschen, die dort leben. Die Ursache war hier, anders als im Amazonas, der fehlende Regen. Drei Meter Wasser fehlten. Die oberen Bodenschichten blieben trocken. Mitten in der Hochwassersaison brannte der Sumpf. Die ersten Regenschauer im November löschten die Feuer. Bleibt die Regenzeit wieder ungewöhnlich trocken, wird sich das Pantanal auf dramatische Weise ändern. Auch in dieser Wildnis werden die Folgen des Klimawandels mit jedem Jahr sichtbarer. Aber auch intensive Viehwirtschaft auf gerodeten Flächen am Rande des Schutzgebietes sind eine deutliche Bedrohung. Noch kann sich das Pantanal dank seiner Artenvielfalt und diversen Landschaften selbst regenerieren. Damit das auch in Zukunft so bleibt, müssen wir jetzt handeln.

Der Kaiman ist ein Verwandter des Alligators. Man kann sie jedoch an ihrer kürzeren Schnauze gut unterscheiden.
Der Kaiman ist ein Verwandter des Alligators. Man kann sie jedoch an ihrer kürzeren Schnauze gut unterscheiden. | Bild: NDR/Doclights GmbH

Ein Film von Almut und Christoph Hauschild

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