SENDETERMIN So., 19.07.20 | 13:15 Uhr | Das Erste

Erlebnis Erde: Niedersachsens kleine Helden

Im unterirdischen Bau versorgt die Feldhamster-Mutter ihre Jungen. Die Kleinen wachsen schnell und verlassen bereits nach gut drei Wochen den Bau, um sich ihr eigenes Territorium zu suchen.
Im unterirdischen Bau versorgt die Feldhamster-Mutter ihre Jungen. Die Kleinen wachsen schnell und verlassen bereits nach gut drei Wochen den Bau, um sich ihr eigenes Territorium zu suchen. | Bild: NDR/NDR Naturfilm / Günter Goldmann

Goldgelbe Ähren, leuchtende Mohnblumen und Lerchengesang: Niedersachsens Felder und Wiesen liefern mehr als Heu und Getreide, sie sind Heimat seltener Tiere. Feldhamster bewohnen das "Untergeschoss" naturbelassener Feldränder. Die Nager sind in anderen Regionen Deutschlands längst ausgestorben, doch im südlichen Niedersachsen finden sie immer noch Schutz und Nahrung.

Viel leichter als Hamster sind andere Bewohner des Ackerlands zu entdecken: Fasane stolzieren laut rufend über den Acker, Feldhasen hoppeln schon im Januar über die schneebedeckten Felder. Wenn die Männchen sich wahre Boxkämpfe um die Weibchen liefern, fliegt so manches Fellbüschel. Doch wie den Hamstern macht auch den Hasen die moderne Landwirtschaft zu schaffen. Immer gründlicher ernten und pflügen die Bauern ihre Felder, und immer weniger Körner fallen bei der Ernte für die kleinen Feldbewohner ab.

Schon nach drei Wochen sind Hamsterjunge selbstständig

Erst im späten Frühjahr, wenn die Sonne den Erdboden durchwärmt hat, erwacht der Feldhamster aus dem Winterschlaf. Monatelang hat der Einzelgänger von den Vorräten in seinem Bau gelebt, jetzt gibt es auch draußen wieder frisches Grünzeug. Immer auf der Hut vor Raubtieren, stopft er sich das Futter in die Wangentaschen, bis zu 50 Gramm passen in jede seiner "Hamsterbacken". Nur fünf Tage nach der Geburt beginnen die Hamsterjungen schon Grünfutter zu fressen, das die Mutter ihnen in den Bau schleppt. Nach gut drei Wochen sind die Jungen schon selbstständig und verlassen den Bau, um woanders ein eigenes Territorium zu erobern.

Versteckte Frühlingsboten: Um von Raubtieren nicht entdeckt zu werden, sitzen Hasenjunge bewegungslos im schützenden Gras. Ihr dichter Pelz hält sie von Geburt an warm.
Versteckte Frühlingsboten: Um von Raubtieren nicht entdeckt zu werden, sitzen Hasenjunge bewegungslos im schützenden Gras. Ihr dichter Pelz hält sie von Geburt an warm. | Bild: NDR/NDR Naturfilm / Günter Goldmann

Wenn die Felder grün werden, finden auch die Hasen wieder reichlich zu fressen. Am Feldrand im Gras verborgen sind die Hasenjungen zur Welt gekommen. Regungslos hocken die Winzlinge tagsüber in ihrem Versteck. In der Nacht kommt die Mutter, um ihren Nachwuchs zu säugen. So kann kaum ein Räuber die Jungtiere entdecken. Wildtierbiologen spüren die Jungtiere mit Infrarotlicht auf, um ihnen einen kleinen Funksender anzuheften. Auf diese Weise wollen die Forscher herausfinden, wie sie die Feldhasen auch in Niedersachsen zukünftig besser schützen können.

Die Naturdokumentation von Günter Goldmann gewährt in diesem Porträt der Feld- und Wiesenbewohner im Göttinger Land über das Jahr außergewöhnliche Einblicke in das versteckte Leben mutiger Hamster und flinker Hasen.

Ein Film von Günter Goldmann

Sendetermin

So., 19.07.20 | 13:15 Uhr
Das Erste

Produktion

Norddeutscher Rundfunk
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