SENDETERMIN Mo., 01.06.20 | 04:45 Uhr | Das Erste

Erlebnis Erde: Stadt, Land, Fuchs

Ein junger Fuchs auf dem Land blickt einer ungewissen Zukunft entgegen.
Ein junger Fuchs auf dem Land blickt einer ungewissen Zukunft entgegen. | Bild: NDR / Roland Gockel

Füchse sind wahre Überlebenskünstler, die in allen Regionen der Erde zu Hause sind und sich vielen menschengemachten Veränderungen anpassen können. 

Inzwischen sind die klugen Tiere auch in Städten heimisch geworden. Für diese Stadtfüchse ist das Benutzen von Zebrastreifen so normal wie das Schlafen unter Bürocontainern. Besonders beeindruckend ist das liebevolle Familienleben der Stadtfüchse: Im Berliner Regierungsviertel lebt seit vielen Jahren ein eng verbundener, mehrere Generationen umfassender Fuchsclan. Einige Kilometer weiter am Verkehrsknotenpunkt Innsbrucker Platz genießt ein Fuchsrüde das Leben als treusorgender Familienvater in vollen Zügen. Nahrung ist genug für alle da, die Streifgebiete sind klein und Jäger haben sie hier nicht zu fürchten. Füchse, die mit dem steten Wandel und dem Verkehr in der Stadt zurechtkommen, können in der Stadt ein langes und sorgloses Leben führen.

Auf dem Land weht für Füchse vielerorts ein anderer Wind. Hoch im Norden an der Küste Deutschlands zieht eine Füchsin ihren Wurf alleine auf. Wenn sie auf Nahrungssuche geht, muss sie die Welpen sich selbst überlassen. Damit die Kleinen trotzdem sicher vor Feinden sind, zieht die kluge Fuchsmutter immer wieder mit ihnen um. Vom Wurfbau im offenen Feld, zum Sandbau in der Steilklippe über dem Meer und später unter die schützenden Wurzeln einer alten Eiche am kleinen Fischerhafen. Um nicht selbst jemanden zum Bau zu locken, legt sie die Beute in immer größeren Abständen ab und ruft ihren Nachwuchs zu Tisch. Nur selten ist genug für alle da. Etwa nach einem Sturm, wenn die Füchsin im Spülsaum am Strand viel Fressbares finden kann. Die Kleinen müssen schnell erwachsen werden, denn wenn der Herbst kommt, sind die Reserven ihrer alleinerziehenden Mutter erschöpft und sie vertreibt sie aus ihrem Revier.

Über zwei Jahre lang blieben die beiden Filmemacher Roland Gockel und Rosie Koch den Füchsen in Berlin, Hamburg und an der Norddeutschen Küste auf der Spur. Mithilfe vieler versteckter, eingegrabener und getarnter Kameras gelang es ihnen, den ebenso schlauen wie kamerascheuen Tieren einige Geheimnisse zu entlocken. Das Ergebnis ist ein tiefer Einblick in das überraschend hingebungsvolle und oft unterschätzte Familienleben von Füchsen in der Stadt und auf dem Land.

Ein Film von Rosie Koch und Roland Gockel

Erstausstrahlung: 06.04.2020

Sendetermin

Mo., 01.06.20 | 04:45 Uhr
Das Erste

Produktion

Norddeutscher Rundfunk
Rundfunk Berlin-Brandenburg
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