SENDETERMIN So, 23.09.18 | 16:30 Uhr | Das Erste

Erlebnis Erde: Überleben (3) – Eine Zuflucht finden

Wildhundfamilie auf Wachtposten
Immer wachsam: Eine Wildhundfamilie auf Wachtposten. Selbst die kleinste Regung entgeht ihren feinen Ohren nicht. | Bild: NDR / BBC

Jeder von uns steckt mittendrin im allergrößten Abenteuer: wenn es ums Überleben geht! Im Moment der Geburt startet die einmalige und gefährliche Reise – bei uns Menschen und den Tieren in aller Welt. Einige haben die größte Bewährungsprobe ihres Lebens schon kurz nach der Geburt zu bestehen: Nonnengänse-Küken in Grönland stürzen sich mehr als 100 Meter in die Tiefe, lange bevor sie fliegen können. Andere müssen sich erst als Erwachsene beweisen wie der Babysitter eines Wildhundrudels im afrikanischen Sambia: Als ein Python den Bau der Familie übernimmt, muss er kurzerhand mit den Welpen umziehen. Doch auf den Ebenen patrouillieren die Todfeinde der Wildhunde, die Hyänen.

Überleben ohne Winterschlaf

Auf steilen Geröllhängen hoch oben in den Rocky Mountains leben Pfeifhasen. Die kleinen Nagetiere halten keinen Winterschlaf und müssen während der kurzen schneefreien Phase so viel Nahrung wie möglich in ihren Bau transportieren, um die kalte Jahreszeit zu überleben. Ein Zuhause unweit einer üppigen Blumenwiese ist dabei ein großer Vorteil. Auch bei Pfeifhasen-Immobilien ist daher die Lage der wichtigste Faktor. Während die Tiere an bevorzugten Stellen fast im Futter wohnen, müssen andere weite Strecken zurücklegen und führen ein anstrengendes Pendlerleben. Zudem sind sie deutlich gefährdeter, in den scharfen Klauen von Greifvögeln zu enden.

Pfeifhasen sind perfekt an das Leben in den Hochlagen der kanadischen Gebirge angepasst.
Pfeifhasen sind perfekt an das Leben in den Hochlagen der kanadischen Gebirge angepasst. | Bild: NDR/BBC / Lucy Wells

Lernen von den Ältesten

Noch schwieriger ist die Versorgungslage einer Schimpansengruppe im westafrikanischen Senegal. Während der Trockenzeit ist es nicht nur schwierig, etwas Fressbares zu finden, vor allem Wasser ist Mangelware. Die Familie ist jetzt auf ältere Tiere und deren Kenntnis der Umgebung angewiesen. Zielsicher führen sie alle an einen 16 km entfernten Fluss. Das Flussbett ist allerdings längst ausgetrocknet. Doch der Älteste lässt sich nicht beirren. Er fängt an zu graben und langsam füllt sich das Loch mit Wasser. Nach und nach folgen die anderen Affen dem Vorbild des Anführers und graben ihre eigenen Trinkbrunnen. Nur durch Erfahrung wird so ein lebensfeindlicher Lebensraum zu einer Zuflucht.

Wohnungstausch bei Krebsen

Auf einer kleinen Karibikinsel vor der Küste Belizes ist Wohnraum Mangelware. Einsiedlerkrebse sind permanent auf der Suche nach einer Bleibe. Wenn sie wachsen, wird ihr Zuhause immer enger. Doch auf Anhieb eine passende Muschel zu finden, gleicht einem Sechser im Lotto. Erstaunlicherweise haben die Krebse hier einen Wohnungstausch entwickelt. Wird eine leere Muschel angeschwemmt, bildet sich sofort eine Warteschlange. Der Größte vorn, der Kleinste hinten. Sobald der erste in die neue Behausung gezogen ist, übernimmt nach und nach jeder die Wohnung des Vordermannes. Wenn alle umgezogen sind, bleibt am Ende eine kleine Muschel übrig.

Extrem nah dran, unvorhersehbar und dramatisch: Die BBC setzt die aufregendsten Geschichten der Tierwelt in dieser Reihe erstklassig in Szene. In der Folge "Eine Zuflucht finden" dreht sich alles darum, einen sicheren Ort zu finden, der Tieren Nahrung und Wasser bietet und Schutz vor Feinden und den Elementen garantiert. Ohne einen solchen Ort hätten sie keine Chance zu Überleben.

Ein sechsteiliger Film von Michael Gunton, Ian Gray und Rupert Barrington

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So, 23.09.18 | 16:30 Uhr
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