SENDETERMIN So., 12.02.23 | 13:15 Uhr | Das Erste

Erlebnis Erde: Wildes Österreich (1)

Alpengipfel und Steppensee

In nur wenigen Ländern gibt es so viele verschiedene Landschaften auf engstem Raum wie in Österreich. Schroffes Hochgebirge und schneedeckte Gletscher sind Lebensraum für Steinadler und Gämsen, Edelweiß und Steinböcke. Die ausgedehnten Schilfflächen des Neusiedler Sees bieten ideale Brutplätze für Rohrdommeln, Haubentaucher, Rohrsänger den einen ganz besonders trickreichen Brutparasiten: den Kuckuck.

Die Alpen Österreichs sind eine faszinierende Welt mit rund 950 Dreitausendern. Darunter sind berühmte Gipfel wie der Dachstein, der Sonnblick und der Großglockner, der höchste von allen Bergen. Der 3789 Meter hohe Koloss ist die markanteste Spitze im Nationalpark Hohe Tauern. Die alpine Gebirgslandschaft ist die letzte große Wildnis in Mitteleuropa. Tiere und Pflanzen müssen extremer Kälte und Schneestürmen trotzen, jeder Schritt in den steilen Wänden kann über Leben und Tod entscheiden. Für die Gämsen geht es nicht nur ums Überleben. Im Winter wird entschieden, wer sich paaren darf. Unter den aufmerksamen Augen der Weibchen hetzen sich die Böcke bis zur totalen Erschöpfung, bis einer der Kontrahenten aufgibt.

Millionen Zugvögel am Neusiedler See in Österreich

Während am höchsten Punkt Österreichs noch lange die Stille des Winters herrscht, hat am tiefsten Punkt des Landes, dem Neusiedler See, längst der Frühling begonnen. Millionen Zugvögel kehren aus ihren Winterquartieren in Afrika zurück. Die endlos scheinenden Schilfflächen des Steppensees sind ein Brutparadies für Rohrdommeln, Haubentaucher und Rohrsänger. Zurück gekehrt ist auch ein spezieller Vogel, dessen Ruf jedes Kind kennt, den aber kaum jemand zu Gesicht bekommt: der Kuckuck. Er ist ein Schmarotzer, baut kein Nest, brütet keine Eier aus und zieht keine Jungen groß. Er lässt andere für sich arbeiten. Mit raffinierten Tricks hat er sein Brutgeschäft ausgelagert. Um dem Kuckuck bei seinem heimlichen Geschäft vor die Kamera zu bekommen, haben die Filmemacher Rita und Michael Schlamberger zwei Brutperioden gebraucht. Sie haben das undurchdringliche Schilfdickicht in ein perfekt getarntes Filmset verwandelt und Kameraplattformen gut versteckt im hüfttiefen Wasser errichtet. Mit Erfolg: Am Ende haben sie den Meister der Tarnung und Täuschung austricksen können.

Als dritten typisch österreichischen Lebensraum, zeigt die erste Episode "Wildes Österreich" die alten Wälder: undurchdringliches, steiles Dickicht, riesige Bäume zwischen meterdicken, mit Flechten bewachsenen Felsblöcken. Dazwischen gefallende Baumleichen, Millionen Tonnen von Totholz. Alte Buchen mit bemoosten knorrigen Ästen dominieren das Bild. Ein Weißrückenspecht meißelt Käferlarven aus einem verrotteten Baum. Raufußkäuze haben als Nachmieter eine Schwarzspechthöhle bezogen. Hier ziehen sie ihre Jungen groß. Diese wilden Wälder sind urtümliche Relikte und wachsen auf schroffen Kalkfelsen rund um die Eisenwurzen entlang des Flusses Salza im Grenzgebiet von Niederösterreich und der Steiermark und im oberösterreichischen Nationalpark Kalkalpen. Hierher ist sogar der Luchs wieder zurückgekehrt.

Vor dem Hintergrund einmaliger Landschaften ist der Zweiteiler "Wildes Österreich" eine bildgewaltige, epische Reise durch eines der schönsten Länder Europas von den Alpengipfeln bis zum Steppensee.

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