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Geheimnisvolle Orte (4): Die Bernauer Straße

Brennpunkt Berliner Mauer

PlayEine Straße als Symbol. Die Bernauer Straße, Trennlinie zwischen Ost und West. Ihre Bewohner, hineingeworfen in das Mahlwerk des Kalten Krieges. Eine Geschichte, die von einer Straße und ihrem Verschwinden erzählt. Von Trennung und Flucht. Von Freude und Tod. Von Verzweiflung und Hoffnung. - Die Bernauer Straße, die Straße der Teilung. DDR-Grenzer blicken in den Westen.
Geheimnisvolle Orte (4): Die Bernauer Straße  | Video verfügbar bis 21.10.2020 | Bild: rbb / National Archives

Die Bernauer Straße – hier verlief nach dem Kriegsende 1945 die Sektorengrenze zwischen dem sowjetischen und dem französischen Sektor. Nicht mitten auf der Straße war die Grenzlinie, sie ging entlang der Häuserfassaden, die im Osten standen. Schicksalhaft für die Straße und ihre Bewohner, denn alle Häuser auf der DDR-Seite gehörten mit dem Mauerbau zum Grenzgebiet. Wenige Tage nach dem 13. August wurden die Haustüren verschlossen, bald darauf die Fenster vermauert.

Ergreifende Geschichten von Zeitzeugen,

Die Menschen, die hier ihr zu Hause hatten, mussten ihre Wohnungen verlassen, wurden zwangsgeräumt. In der Bernauer Straße waren die ersten Todesopfer der Mauer zu beklagen. Gräber eines Friedhofs, die dem Ausbau des Grenzstreifens im Wege waren, wurden umgebettet. Die Häuserfassaden dienten erst als vorderste Sperrmauer des Todesstreifens, bis sie ganz abgerissen wurden. Freies Sicht- und Schussfeld sollte geschaffen werden. Die ganze Seite einer Straße ein Niemandsland. Häuser- und menschenlos. Die Bilder von flüchtenden Grenzpolizisten, von den Fenstersprüngen, von den Tunnelfluchten oder der gesprengten Versöhnungskirche machten die Straße in der ganzen Welt bekannt.

Eine Straße als Symbol. Die Bernauer Straße, Trennlinie zwischen Ost und West. Ihre Bewohner, hineingeworfen in das Mahlwerk des Kalten Krieges. Eine Geschichte, die von einer Straße und ihrem Verschwinden erzählt. Von Trennung und Flucht. Von Freude und Tod. Von Verzweiflung und Hoffnung. - Erster Ausbau der Berliner Mauer in der Bernauer Straße, 1960er Jahre
Erster Ausbau der Berliner Mauer in der Bernauer Straße, 1960er Jahre | Bild: rbb

Heute ist ein großer Teil des ehemaligen Todesstreifens eingebunden in das Gedenkstättenareal Berliner Mauer. Weit über eine Million Besucher aus aller Welt kommen jedes Jahr zur Bernauer Straße. Eine Landschaft der Erinnerung, ein Pompeij der jüngsten Zeitgeschichte.

Die Bernauer Straße – eine filmische Archäologie und Rekonstruktion. Exklusives Archivmaterial, ergreifende Geschichten von Zeitzeugen, von Flüchtlingen, Tunnelbauern und Anwohnern. Eine historische Spurensuche auf, mit und nach einem geheimnisvollen Ort, an dem sich die Geschichte der Berliner Mauer bis ins Heute fokussiert wie nirgends sonst. Exemplarisch, dramatisch, beispiellos.

Eine Koproduktion zwischen dem rbb und astfilm, gefördert mit Mitteln der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, in Kooperation mit der Gedenkstätte Berliner Mauer und dem Landesarchiv Berlin.

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Mo., 21.10.19 | 23:30 Uhr
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Rundfunk Berlin-Brandenburg
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