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Digitale Verlustzone

Wie Deutschland den Anschluss verlor

PlayHorst Zuse am Nachbau des ersten deutschen Computers
Digitale Verlustzone – Wie Deutschland den Anschluss verlor | Video verfügbar bis 25.05.2021 | Bild: NDR/Christiane Schuhbert TV / Andreas Orth

Es war einmal …

Diese klassische Einleitung eines Märchens passt perfekt für die Geschichte der Digitalisierung in Deutschland. Denn was kaum einer weiß in Zeiten von Funklöchern, lahmem Internet und Debatten über die Frage, ob an jeder Milchkanne ein leistungsstarkes Netz zur Verfügung stehen muss: Deutschland war mal Weltmarktführer und der Zeit weit voraus.

Konrad Zuse, genialer und rechenfauler Pionier aus Berlin, baute nicht nur den ersten Computer weltweit, sondern hat damit im Allgäu bereits 1947 Milchpreise in Hochgeschwindigkeit berechnet.

Deutsches Patentamt lehnte Erfindung der Computermaus ab

Sein Computer, der riesige Z1, führte zu einem Quantensprung in der Digitalisierung. Ingenieure der Firma Telefunken erfanden die Rollkugelsteuerung, heute weltbekannt als Computermaus. Das Deutsche Patentamt hatte die Rollkugelsteuerung jedoch wegen "mangelnder Erfindungshöhe" abgelehnt. Heute verdienen andere mit dem Patent Geld.

Die Geschichte der Digitalisierung in Deutschland ist eine faszinierende Abfolge von genialen Ideen, erstaunlichen Erfolgen und vertanen Chancen. NDR-Autor Andreas Orth zeichnet sie für "Geschichte im Ersten" mit liebevollem Biss nach.

Basteln mit Retro Computern
Basteln mit Retro Computern | Bild: NDR/Christiane Schuhbert TV / Andreas Orth

Im idyllischen Allgäu etwa trifft er Zeitzeugen, die sich an Konrad Zuses "Zauberkasten" erinnern. Die Erfinder der Computermaus holen verschenkte Chancen aus dem Archiv und der ehemalige Postminister Christian Schwarz-Schilling erzählt launig humorvoll, warum die Einführung des Privatfernsehens zu Kupferkabeln, statt zur schnellen Glasfasertechnik führte. Orth findet auch längst vergessene Archivschätze. So zum Beispiel einen Film über ein Treffen von Bundeskanzler Helmut Kohl mit dem damaligen Deutschlandchef von Microsoft.

Internationaler Vergleich

Zum historischen Rückblick stellt der Autor Andreas Orth den Vergleich mit anderen Ländern. Er zeigt, dass auf den norwegischen Lofoten schnelles Internet seit Jahrzehnten wirklich überall vorhanden ist. Von jeder Lachsfarm und jedem Ferienhaus aus lassen sich sehr schnell große Datenmengen verschicken und empfangen. Für die Fischzucht ist das ebenso ein Standortvorteil, wie für den Tourismus.

In Deutschland hingegen findet er neben vertanen Chancen immerhin ein Unternehmen, dass sich zum drittgrößtem Softwarehersteller der Welt gemausert hat: SAP. Dessen Mitbegründer, Hasso Plattner, erinnert sich an die Anfänge in den 70er Jahren und lüftet seine Erfolgsformel. Denn vor SAP gab es mal deutsche Digitalchampions wie Nixdorf, oder die vielversprechende Suchmaschine Metager. Die hätte ein deutsches Google werden können. Hätte.

Ein Film von Andreas Orth

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