SENDETERMIN So, 23.04.17 | 17:30 Uhr | Das Erste

Brücken in die neue Heimat – Integrationslotse Mehrdad Zaeri

PlayDie eigene „Paradiesstadt"  zu bauen, gibt Mut zum Träumen und hilft beim Ankommen in der neuen Heimat: Im „Papierworkshop" im Nationaltheater Mannheim mit Künstler Mehrdad Zaeri (rechts unten) arbeiteten Flüchtlinge aus Syrien und Afghanistan zwei Monate lang im Team mit Mannheimer Bürgerinnen.
Brücken in die neue Heimat – Integrationslotse Mehrdad Zaeri | Video verfügbar bis 23.04.2018

Mael möchte nur ein kleines bescheidenes Haus im Grünen: "Hauptsache, es fallen keine Bomben!" Osama baut ein ganzes Viertel aus fantastischen Häusern, die wie Notenschlüssel und Instrumente aussehen. Der junge Syrer hofft: Menschen, die gemeinsam musizieren und singen, bekämpfen einander nicht.

"Mein Paradies" heißt der von Illustrator Mehrdad Zaeri und Fotografin Christina Laube mit der "Bürgerbühne" des Mannheimer Nationaltheaters realisierte Papier-Workshop, in dem sich junge Flüchtlinge mit Fantasie, Schere und Klebstift "gute Orte" erschaffen.

Stärkung mit künstlerischen Mitteln

Welche Art von Unterstützung Flüchtlingskindern manchmal fehlt, weiß Zaeri aus eigener Erfahrung: Vor über 30 Jahren musste er selbst mit seinen Eltern und Geschwistern aus dem Iran fliehen, um nicht als Minensuchjunge im Irakkrieg zu sterben. Als einstiger Flüchtling empfindet Zaeri es als seine Aufgabe, für jetzt ankommende Jugendliche Brücken in ihre neue Heimat zu bauen.

Osama aus Syrien hat ein Musik-Stadtviertel gestaltet, weil er hofft, dass Menschen, die gemeinsam musizieren, friedlich sind. Im „Paradiesstadt-Papierworkshop" im Nationaltheater Mannheim mit Künstler Mehrdad Zaeri (rechts unten) arbeiteten Flüchtlinge aus Syrien und Afghanistan zwei Monate lang im Team mit Mannheimer Bürgerinnen.
Osama aus Syrien hat ein Musik-Stadtviertel gestaltet.

Während die gemeinsame Paradies-Papierstadt zwei Monate lang wächst, jedes Viertel eine andere Gestalt annimmt, wird nebenbei erinnert und getrauert, aber auch gelacht. Von Zaeri erfahren die Jugendlichen Stärkung mit künstlerischen Mitteln, erhalten Zugang zu ihren Gefühlen und Wünschen.

Loslassen, um ankommen zu können – das müssen auch die Schülerinnen der Internationalen Gesamtschule in Heidelberg (IGH) lernen, die aus über 60 verschiedenen Ländern stammen. Fünf von ihnen bekommen die Chance, mit dem berühmten Künstler eine zentrale Wand im Schulhaus zu bemalen. Was verbindet Zaeri mit dieser Schule? In der IGH wurde er selbst vor 30 Jahren als 15-jähriger eingeschult. Dortige Lehrer vermittelten ihm das Selbstvertrauen, das er an die jetzige Schülergeneration weitergeben will.

"In der Kunst gibt es keine Fehler"

Für das junge multikulturelle Mal-Team ist die Wandgestaltung große Ehre und Mutprobe zugleich, denn: Vorzeichnen mit Bleistift ist nicht erlaubt. "Im richtigen Leben gibt es auch keinen Radiergummi", so Zaeri. "Und in der Kunst gibt es keine Fehler." Aus jedem Klecks an der Wand – und aus jeder Lebenssituation – lasse sich etwas machen. "Ihr müsst euch nur trauen!"

Ein Film von Annette Wagner

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