Macht Föhn krank?

Der Föhn ist der mit Abstand bekannteste Wind in Deutschland. Und zugleich der verrufenste. "Hexenwind" nennen ihn die Bewohner der Alpenregion und machen ihn so ziemlich für alles Schlechte verantwortlich: Für erhöhte Lawinengefahr, Kopfschmerzen, Kreislaufstörungen, Herzbeschwerden, Depressionen, Selbstmorde  und – natürlich – für schlechte Leistungen.

In den 1980er Jahren wollte die Uni München genauer wissen, was dran ist am angeblich krankmachenden Föhn und startete einen großangelegten Feldversuch: In einer "Föhnfühligkeitsstudie" wurden 1000 wetterfühlige Testpersonen befragt, ein dreiviertel Jahr lang mussten sie jeden Tag einen Fragebogen zu ihrer Befindlichkeit ausfüllen. Das erstaunliche Ergebnis: "Es gab keine zwei Personen, die synchron am selben Tag sagten, es gehe ihnen schlechter als sonst", berichtet Prof. Kleinschmidt, einer der beteiligten Forscher. Auch die einzelnen Testpersonen selbst reagierten ganz unterschiedlich auf gleiche Wettersituationen.

Das Fazit der Wissenschaftler damals: Wie gut oder schlecht Menschen mit Wetterumschwüngen zurecht kommen, sei eine Sache des Trainings, aber auch der momentanen Fitness. So hätten zum Beispiel Probanden, die draußen arbeiteten, fast nie Probleme gehabt, Menschen mit zu wenig Schlaf, Stress, gesundheitlichen Problemen oder ein paar Bierchen zu viel am Vorabend dagegen schon.