Gleiter

Gleiter
Sven Plöger lässt sich einen Gleiter erklären | Bild: Das Erste

Der Nature-Artikel vom 1.12.2005 schlug ein wie eine Bombe: "Das globale Wärme-Förderband verlangsamt sich" lautete die Überschrift, unter der die Ergebnisse britischer Wissenschaftler veröffentlicht wurden: Um 30 Prozent binnen eines halben Jahrhunderts hätte die Wasserführung des "Golfstroms" abgenommen, ein alarmierend hoher Wert.

In der Dokumentation hatte ja der Ozeanograph Prof. Martin Visbeck vom renommierten GEOMAR-Institut in Kiel erläutert, wie es dazu kommen konnte: Die Ergebnisse einiger weniger Forschungsfahrten waren ausgewertet worden und hatten einen Trend ergeben, den es so nicht gibt. Denn: Der Golfstrom schwankt durchaus, allerdings ist das ein völlig normaler Vorgang, der jahreszeitlich bedingt ist.

Aufbau eines globalen Messnetzes

Das weiß man aber erst, seit man nicht nur dann und wann mal Messungen durchführt sondern ständig.

Tauchroboter im Einsatz am Mariannengraben
Tauchroboter im Einsatz am Mariannengraben | Bild: Max-Planck-Institut / Wenzhöfer

Weltweit haben Meeresforschungsinstitute seitdem mit dem Aufbau eines globalen Messnetzes begonnen. Die Basis ist eine ständig wachsende Flotte von "Floats" und "Gleitern", Tauchroboter, die man in einem bestimmten Meeresgebiet aussetzt und die ferngesteuert Tauchgänge ausführen.

Auf ihrer Tauchstrecke zwischen der Wasseroberfläche und einer Tiefe von 1000  Metern messen sie immer wieder Dichte, Temperatur, Salzgehalt und andere Parameter – alle zehn Tage tauchen sie auf und funken ihre Resultate über an einen Satellit. Über 3000 solcher Tauchroboter waren Ende 2014 weltweit im Einsatz. Damit weiß man mittlerweile zu jeder Zeit, wie es an den Hotspots der weltumspannenden Strömungen aussieht.

Auf der Seite des GEOMAR-Instituts zeigt eine Animation, wie das "Segelfliegen unter Wasser" genau abläuft