"Klimawandel gab es schon immer"

"Klimawandel gab es schon immer" – ein oft geäußertes Argument. Und: Es stimmt. Die gesamte Erdgeschichte ist eine Abfolge von Klimawandeln, Warmzeiten und Kaltzeiten lösten sich ab – und das obwohl damals noch keine Autos oder Fabrikkamine CO2 in die Atmosphäre bliesen. Das Problem, das wir aber zur Zeit haben: Klimawandel verliefen in der Regel langsam, das heißt, die Natur hatte Zeit, sich darauf einzurichten. Seit 150 Jahren ist das anders: Mit Beginn der Industrialisierung pumpte der Mensch Unmengen an Abgasen in die Luft – mit der Konsequenz, dass sich diese Abgase wie ein dämmende Schicht um die Erde legen und so die Atmosphäre aufheizen. Eine einzige Zahl dazu: Die Menge CO2, die alle Pflanzen auf der Erde in einer Million Jahre aus der Luft filtern und über ihre Wurzeln im Boden speichern, blasen wir in nur einem Jahr in die Luft – ein Abgas-Tsunami, mit dem die Atmosphäre immer schlechter fertig wird.

Das ist der menschengemachte Anteil am Klimawandel: Wir beschleunigen einen an sich natürlichen Vorgang so stark, dass die Natur nicht mehr reagieren kann: Ganze Landstriche trocken zum Beispiel so schnell aus, dass die Pflanzen oder Tiere darin keine Chancen mehr haben, durch Anpassung Abwehrstrategien zu entwickeln. Das Ötzi-Beispiel im Film zeigt, dass es immer wieder auch Situationen gab, in dem das Klima schlagartig kippte – der sogenannte"rapid climate change". Die Frage, die wir uns stellen sollten: Provozieren wir durch unseren rücksichtslosen Umgang mit der Umwelt nicht vielleicht eine solche Situation, dass das Klima in kürzester Zeit kippt?