Wie entsteht ein Tornado?

Ein Tornado (auch "Windhose" oder "Großtrombe" genannt) ist ein schnell rotierender Luftwirbel mit einem Durchmesser von oft nur 50 bis 100 Metern,  der von der Unterseite einer Wolke bis zum Erdboden oder der Wasseroberfläche reicht. In ihm können zerstörerische Windgeschwindigkeiten von um die 500 km/h auftreten. Die Entstehung von Tornados ist immer noch nicht bis ins letzte Detail geklärt – die Grundprinzipien allerdings sind klar.

Tornados entstehen, wenn sich bodennahe sehr feuchtwarme Luft und trockenkalte Luft in der Höhe übereinander schichten. Meteorologen nennen eine solche Schichtung "labil" – sie führt nämlich dazu, dass es plötzlich zur enormen Luftmassenumwälzungen kommen kann: Die (leichtere) feuchtwarme Luft steigt auf, die (schwerere) trockenkalte sinkt ab. Dadurch entstehen zunächst mal heftige Gewitter. Wenn dazu noch am Boden andere Windgeschwindigkeiten und -richtungen herrschen als in der Höhe ("vertikale Windscherung"), sind die Grundvoraussetzungen für die Entstehung eines Tornados gegeben.

Ein Gewitter mit einem durch die Windscherung rotierenden Aufwind nennt man auch "Superzelle". Durch den Aufwind strömt immer mehr Luft in das Innere des Schlauchs nach, die Aufwinde erreichen dort immer rasendere Geschwindigkeiten. Das streckt die rotierende Luftsäule in die Länge, was zum bekannten Pirouetteneffekt führt: Wie bei einer Eisläuferin, die ihre Arme anzieht, wird immer mehr Masse zur Drehachse geführt, wodurch sich die Drehgeschwindigkeit weiter erhöht.

Neben Tornados, die in Gewittern entstehen, gibt es auch solche, die nicht unter einer Gewitterwolke entstehen, sondern in Gebieten, in denen Luftmassen horizontal aufeinander treffen – dadurch muss dann die Luft nach oben ausweichen. Bedingung ist auch hier aber eine hohe "Labilität", das heißt: feuchtwarme Luft unten und trockenkalte Luft oben.

Tornados können sich im oder gegen den Uhrzeigersinn drehen – egal, ob auf der Nord- oder der Südhalbkugel. Die Corrioliskraft nämlich, die für die Drehung der Hochs und Tiefs verantwortlich ist, spielt bei dem kleinen Durchmesser eines Tornados keine Rolle.

Der Begriff Windhose stammt übrigens vom englischen Begriff "hose", was übersetzt "Schlauch" heißt. Mit unserem Kleidungsstück hat das nichts zu tun.