Wie Bürgerinnen und Bürger zu Flußbefreiern wurden

Unseren Flüssen geht es nicht gut. Sie sind oftmals kanalisiert, aufgestaut oder eingedeicht. Ihre ökologischen Funktionen können sie so nicht mehr erfüllen. Mit der WWF-Aktion „Werde zum Flussbefreier“ wird die Renaturierung von Flüssen unterstützt. Einer davon ist die Kleine Paar in Bayern.

Haben Sie schon einmal einen Fluß befreit?

Seit Juli 2022 läuft das Projekt „Lebendige Flüsse“. Und unter dem Motto „Werden Sie Flussbefreier“ rief der WWF Deutschland zu einem Wettbewerb auf, bei dem sich bundesweit Kommunen, Besitzer von Kleinwasserkraftwerken und Verantwortliche aus der Wasserwirtschaft bewerben konnten.

Drei Flüsse in Bayern haben gewonnen

Neben der Kleinen Paar haben die Pegnitz in Franken und der Hühnerbach, ein Nebenfluss der Gennach im Ostallgäu gewonnen. Mit Mitteln aus dem Wettbewerb hat der WWF zusätzlich den Rückbau eines Wehres an der Volme in Nordrhein-Westfalen unterstützt.

Aktion Flußbefreier an der Kleinen Paar in Bayern gemeinsam mit dem WWF Deutschland
Bürgerinnen und Bürger aus Baar packen mit an. | Bild: BR

Durch menschliche Eingriffe geht Vielfalt verloren

Unsere Gewässer werden von hunderttausenden Barrieren zerschnitten, die den Transport von „Flussbaumaterial“ - wie zum Beispiel Steine und Kies - verhindern und lebenswichtige Wanderbewegungen vieler Organismen unterbrechen.

Nur wenige naturnahe Gewässer sind noch übrig

Nur jedes fünfte Fließgewässer in Bayern gilt als vergleichsweise natürlich und bietet typischen Gewässerorganismen ausreichend Lebensraum. „Dabei profitieren wir alle von einem ökologisch intakten Zustand unserer Flüsse“, sagt Sigrun Lange vom WWF.

Aktion Flußbefreier an der Kleinen Paar in Bayern gemeinsam mit dem WWF Deutschland
Eine Sohlschwelle wird durch Steine und Kies entschärft.  | Bild: BR

Was Renaturierung bewirken kann

Durch die Wiederherstellung von natürlichen Lebensräumen  können laut WWF sowohl Wanderfische ihre Laichgründe wieder erreichen, aber auch Säugetiere und Vögel fänden in intakten Flüssen wieder genug Nahrung. Und natürlich profitieren auch wir Menschen von lebendigen und einladenden Flussläufen, sagt Sigrun Lange.

Sigrun Lange an der Kleinen Paar
Sigrun Lange (WWF) an der Kleinen Paar | Bild: BR

»Ein gesunder, frei fließender Fluss macht uns nicht nur glücklich, sondern hält das Wasser in der Landschaft, kühlt uns im Sommer, schützt vor Hochwasser, reinigt sich sogar selbst und ist unverzichtbarer Teil unserer lebensspendenden Umwelt.«

Der WWF gehört zu den Unterstützern von #unsereFlüsse

Wer noch zum Mitmachen aufruft: Bundesministerium für Bildung und Forschung, Bundesamt für Naturschutz, Umweltbundesamt, Deutsche Umwelthilfe, BUND, Correctiv, Greenpeace, Grüne Liga, Deutscher Städtetag, Deutscher Wanderverband, Deutscher Angelfischerverband, Ring Deutscher Pfadfinder*innenverbände, Bund Deutscher Forstleute, Omas for Future und der Deutsche Philologenverband.