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2018 – Höhenflüge, Abstürze, geplatzte Träume

PlayDie Gäste (v.l.n.r.): Johannes B. Kerner, Tina Hassel, Sandra Maischberger, Katrin Göring-Eckardt, Helmut Markwort und Philipp Amthor
2018 – Höhenflüge, Abstürze, geplatzte Träume | Video verfügbar bis 12.12.2019 | Bild: WDR / Max Kohr

2018 sah in Deutschland wenige Gewinner und viele Verlierer, nicht nur im Fußball. Die Volksparteien erlebten dramatische Verluste. CDU und CSU rieben sich im Duell Seehofer gegen Merkel auf. Die SPD ist in allen Umfragen auf einem historischen Tiefstand. Krisengewinnler sind vor allem die Grünen, die von Kommentatoren schon als neue Volkspartei der Mitte gefeiert werden. Am Ende des Jahres bleiben viele Fragen offen: Ist Joachim Löw Bundestrainer auf Abruf? Wird die neue CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer Merkel als Kanzlerin ablösen? Hält die große Koalition? Nach dem Dürresommer: Schafft die Bundesregierung die Wende beim Klimaschutz? Bleibt Deutschland in der Integrationsdebatte ein gespaltenes Land?

Johannes B. Kerner (Fernsehmoderator)

Johannes B. Kerner
Johannes B. Kerner | Bild: WDR / Max Kohr

Für den ZDF-Moderator sind die Grünen die politischen Gewinner des Jahres, vor allem als Profiteur der SPD-Krise: "Dazu haben sie auch noch attraktives Personal. Robert Habeck ist ein Überflieger und kann wirklich was!" Der Journalist glaubt nicht, dass Angela Merkel bis zum Ende der Legislaturperiode im Amt bleibt. "Sie versucht jetzt noch, an ihre Kanzlerschaft ein Schleifchen dran zu hängen und einen guten Übergang zu AKK hinzubekommen." Dass Joachim Löw nach dem Scheitern der deutschen Nationalmannschaft nicht zurücktrat, überraschte den früheren Sportmoderator: "Denn er hatte großen Anteil am Vorrundenaus."

Tina Hassel (Leiterin ARD-Hauptstadtstudio)

Tina Hassel
Tina Hassel | Bild: WDR / Max Kohr

Die ARD-Journalistin sieht nach einem Jahr der Großen Koalition schwere Zeiten auf die beiden Parteichefinnen von CDU und SPD zukommen. "Für Annegret Kramp-Karrenbauer wird es ein hartes Stück Arbeit, die enttäuschten Merz-Anhänger mit einzubinden", so Tina Hassel. Merkels Rückzug habe aber neuen Schwung ins politische Berlin gebracht. Andrea Nahles’ Strategie andererseits, mit "guter Regierungsarbeit der verzweifelten Partei wieder auf die Beine zu helfen", funktioniere einfach nicht, analysiert die Leiterin des ARD-Hauptstadtstudio: "Fraglich ist, wie lange die Parteibasis das mitmacht."

Katrin Göring-Eckardt, B’90/Grüne (Fraktionsvorsitzende)

Katrin Göring-Eckardt
Katrin Göring-Eckardt | Bild: WDR / Max Kohr

Mit dem Jahr 2018 könne man sich vom Begriff der Volksparteien verabschieden,  so die Bilanz der grünen Fraktionschefin: "Der Begriff hat keine Relevanz mehr". Deshalb sollten die demokratischen Parteien statt einer Großen Koalition andere Möglichkeiten ausloten, rät Katrin Göring-Eckardt. Der vergangene Rekordsommer und die extreme Trockenheit in Deutschland machten zudem deutlich, dass die Klimakrise real und zur Existenzfrage unserer Zeit geworden sei. Die Grünen-Politikerin fordert: "Der Klimaschutz muss ins Grundgesetz."

Helmut Markwort, FDP (ehem. "Focus"-Herausgeber)

Helmut Markwort
Helmut Markwort | Bild: WDR / Max Kohr

Mit 81 Jahren startete der "Focus"-Erfinder eine Zweitkarriere als Politiker und zog für die FDP nach der bayerischen Landtagswahl ins Parlament. Sein wichtigstes Ziel: "Die Richtlinien, die aus Europa kommen, zugunsten der Bürger auslegen." Die Wahl von Annegret Kramp-Karrenbauer zur neuen CDU-Vorsitzenden begrüßt der "Focus"-Kolumnist. Sie sei eine "zweite Merkel" und lasse viel Platz für die FDP. Das politische Thema des Jahres ist für Helmut Markwort der Brexit. Dieser sei "für Europa eine Katastrophe und für Deutschland eine Doppelkatastrophe!"

Philipp Amthor, CDU (Bundestagsabgeordneter)

Philipp Amthor
Philipp Amthor | Bild: WDR / Max Kohr

Der 26-Jährige Newcomer im deutschen Bundestag wurde vom "Spiegel" zum "konservativen Hoffnungsträger der CDU" erklärt. Mit einer fulminanten Rede gegen die AfD im Februar machte er bundesweit Schlagzeilen. Philipp Amthor wählte beim CDU-Parteitag zuerst Jens Spahn, im zweiten Wahlgang wechselte er aber auf die Seite der Siegerin, Annegret Kramp-Karrenbauer. "Sie hat an vielen Stellen in der Partei ein ganzes Stück mehr erreicht als Friedrich Merz. Zudem hat er eine deutlich schlechtere Rede gehalten", sagt der CDU-Innenpolitiker.

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Westdeutscher Rundfunk
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