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Kongresswahlen: Was macht Trump, wie reagiert die Welt?

PlayBlick auf das Kapitol in Washington
Nach den Kongresswahlen: Was macht Trump, wie reagiert die Welt? | Video verfügbar bis 08.11.2019 | Bild: dpa

Selten haben die sogenannten "Midtermwahlen" in den USA bei uns so viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen wie in diesem Jahr. Denn die Kongresswahlen wurden auch von US-Präsident Trump selbst mit einem polarisierenden Wahlkampf zu einer Abstimmung über seine Amtsführung gemacht. Das Ergebnis zeigt: Amerika bleibt so gespalten wie zuvor. Zwar erobern die Demokraten die Kontrolle über das Weiße Haus und können das Regieren für Donald Trump schwieriger machen. Doch im Senat behalten die Republikaner die Mehrheit. Wird Trump jetzt moderater? Oder geht er weiter auf Konfrontationskurs im eigenen Land und gegenüber dem Rest der Welt? Wird er sogar noch unberechenbarer?

Klaus von Dohnanyi, SPD (ehem. Hamburger Bürgermeister)

Klaus von Dohnanyi
Klaus von Dohnanyi | Bild: WDR / Max Kohr

Der SPD-Grande sieht das Wahlergebnis als Chance: "Zwar bleibt das Land tief gespalten, aber die Kongresswahlen zwingen die amerikanische Politik über die Gräben hinweg zusammen zu arbeiten. Auch Donald Trump muss jetzt auf die Demokraten zugehen, wenn er noch etwas erreichen will", glaubt der ehemalige Bundesminister unter Willy Brandt. Er hält nichts von einer Verteufelung des US-Präsidenten: "Trump macht eigentlich die gleiche Außenpolitik wie Obama. Es geht den USA immer nur um die eigenen Interessen."

Gayle Tufts (deutsch-amerikanische Entertainerin)

Gayle Tufts
Gayle Tufts | Bild: WDR / Max Kohr

"Endlich gibt es in Washington ein Gegengewicht." Die Entertainerin begrüßt den Sieg der Demokraten im Repräsentantenhaus. Denn für sie ist Donald Trump "der schlimmste Präsident, den die USA jemals hatten". Mit seinem Rassismus und Sexismus würde er die Gesellschaft spalten und Ängste schüren. Die Deutsch-Amerikanerin macht den Präsidenten für die aktuellen Briefbombenanschläge mitverantwortlich: "Der Täter war ein Trump-Fan und wurde von seinem aggressiven Ton aufgestachelt." Viele Leute in Amerika seien heute voller Hass und Wut, berichtet Gayle Tufts.

Helene von Damm (ehem. US-Botschafterin)

Helene von Damm
Helene von Damm  | Bild: privat

"Es stört mich sehr, dass Donald Trump immer wieder mit Ronald Reagan verglichen wird. Das ist ungerecht, denn Reagan war ein großer Präsident", sagt die ehemals engste Mitarbeiterin Ronald Reagans. Obwohl es ihr als Republikanerin schwer gefallen sei, habe sie bei der letzten Wahl Hillary Clinton gewählt, denn Trump sei "unwählbar". Die gebürtige Österreicherin galt lange als zweitmächtigste Frau in Washington. Reagan ernannte sie 1983 zur US-Botschafterin in Wien. Bis heute ist Helene von Damm Mitglied in der Republikanischen Partei und reist regelmäßig nach Amerika.

Julian Reichelt ("Bild"-Chefredakteur)

Julian Reichelt
Julian Reichelt | Bild: WDR / Max Kohr

"Die Deutschen sollten sich nicht zu viel Hoffnung machen, dass der US-Präsident jetzt etwas an seinem Politikstil ändern wird. Er blüht auf in der Konfrontation", kommentiert der Journalist das Ergebnis der Kongresswahlen. Außerdem verstünden die Menschen in Deutschland nicht, dass viele Amerikaner in den wirtschaftlich schwächeren Regionen mit Trump zufrieden seien, so der "Bild"-Chefredakteur. "Er hat ihnen ihr Selbstbewusstsein zurückgegeben und sein Versprechen von neuen Jobs zum Teil eingelöst", sagt Julian Reichelt.

Klaus Brinkbäumer ("Spiegel"-Autor)

Klaus Brinkbäumer
Klaus Brinkbäumer | Bild: WDR / Max Kohr

"Donald Trump ist ein Rassist, Chauvinist und chronischer Lügner", sagt der ehemalige Chefredakteur des "Spiegel", der Deutschland dazu aufruft, den Widerstand gegen den US-Präsidenten anzuführen. Donald Trump sei ein Autokrat und versuche den Staatsstreich von oben. "Er will die illiberale Demokratie oder Übleres etablieren und international uneingeschränkt herrschen", glaubt der "Spiegel"-Autor und fügt hinzu: "Der Westen, den wir kannten, existiert nicht mehr."

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Westdeutscher Rundfunk
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