FAQs: Elektroautos

Nachdem Plusminus sehr viele Kommentare und Fragen zu dem Beitrag über Elektroautos erreicht hat, stellt die Redaktion hier die wichtigsten Fragen und Antworten zusammen.

Auf welcher Datenbasis hat Plusminus die Ökobilanz der Elektroautos betrachtet? Warum wurde die ADAC-Studie ausgewählt und vorgestellt?

Die ADAC-Studie ist die aktuellste Studie, die die Gesamtökobilanz von Elektrofahrzeugen berechnet hat. Plusminus hat keinen Einfluss auf die Datenauswahl der ADAC-Studie. Diese greift aber auf eine breite internationale und nationale Datenbasis zurück von Bundesumweltamt, Institut für Energie und Umweltforschung Heidelberg, Joint Research Centre of the european commission, European Council for Automotive Eurocar, CONCAWE und ADAC-Eco-Test. Sie hat sehr viele unterschiedliche Parameter mit einbezogen und kommt so zu einem sehr detaillierten Ergebnis. So floss auch die Studie des Umweltbundesamtes "Weiterentwicklung und vertiefte Analyse der Umweltbilanz von Elektrofahrzeugen" mit in die Betrachtung ein.
Übrigens das Fraunhofer-Institut in Stuttgart kam trotz etwas veränderter Herangehensweise zu vergleichbaren Ergebnissen.

Warum ist die Ökobilanz von Elektromobilen so schlecht, der Anteil erneuerbarer Energien am deutschen Strommix wächst doch ständig und viele E-Mobilfahrer laden mit Ökostrom?

Auch wenn der Anteil erneuerbarer Energien am deutschen Strommix sich laufend verbessert, wird ein Großteil des Stromes noch immer durch Kohleverbrennung erzeugt. Neben der prozentualen Aufteilung des Strommixes ist vor allem der tatsächliche Kohlendioxidausstoß entscheidend. Dessen Entwicklung zeigt das Bundesumweltamt in einer Studie von Mai 2017.

Die dort ermittelten Emissionen lagen im Jahr 2014 durchschnittlich bei 564 Gramm Kohlendioxid pro Kilowattstunde. Das ist der jüngste Zeitraum, für den bestätigte Daten vorliegen. Aus dem bestehendem Strommix werden E-Mobile geladen. Eine 100-Prozent-Ökostromerzeugung liegt noch in weiter Ferne. Auch wenn einzelne Fahrer für sich privat eine Umstellung auf Ökostrom vollzogen haben, fehlt quasi dieser Ökostrom in der Gesamtmenge des Stromes an anderer Stelle. Deshalb rechnen Studien immer mit den statistisch gemittelten Werten des Strommixes. Obwohl sich dieser derzeit zu Gunsten erneuerbarer Energien verschiebt, bleibt zunächst die Grundtendenz bestehen, dass der geladene Strom die Gesamtökobilanz der E-Mobile noch viele Jahre belastet.

Ein Riss im Akku stellt doch noch keine Gefahr dar?

Wenn Lithium-Ionen-Akkus beschädigten werden, in welcher Form auch immer, gehen Gefahren aus.

Das Bundesumweltamt warnt:
- Durch mechanische Beschädigungen können gasförmige oder flüssige Stoffe austreten, welche stark reizend, brennbar oder sogar giftig sein können.
- Ein elektrischer Fehler, z.B. ein Kurzschluss durch Produktionsfehler, kann zur Überhitzung und zum Brand führen.
- Auch schon die äußere Erwärmung einer Lithium-Batterie, z.B. durch Sonneneinstrahlung oder Heizung, kann zum Brand oder zur Explosion führen.
https://www.umweltbundesamt.de/umwelttipps-fuer-den-alltag/elektrogeraete/lithium-batterien-akkus#textpart-2

Beschädigte Akkus ab einem halben Kilo Gewicht müssen nach Gefahrgutvorschriften entsorgt werden, der Transport muss in Deutschland nach den von der Bundesanstalt für Materialprüfung (BAM) festgelegten Bedingungen angemeldet und erlaubt werden.

Es brennen doch auch Autos mit Benzin- oder Dieselmotor, wo ist der Unterschied und warum wird der Brand eines Teslas gezeigt?

Es gibt jedes Jahr viele Brände von Autos mit Benzin und Dieselmotoren in Deutschland. Da im Verhältnis nur wenige E-Mobile auf deutschen Straßen fahren, sind auch die Brände noch selten. Aber die Feuerwehren stehen hier vor völlig neuen Herausforderungen auf Grund der Hochvolttechnik. Die Informationen zum gezeigten Tesla-Brand, der eine zweistündige Vollsperrung der Schnellstraße zur Folge hatte, kann man direkt bei der Feuerwehr Landeck nachlesen.

Ist das Recycling von E-Auto-Akkus nicht heute schon möglich?

Zwar gibt es Pilotverfahren und Patentanmeldungen für Recycling-Verfahren von Auto-Akkus, aber es gibt kein wirtschaftlich funktionierendes System, das sich auf dem Markt durchgesetzt hat. Hier gibt es Forschungsallianzen von Autoherstellern, Recycling-Industrie und Universitäten. Derzeit gibt es auch Entwicklungen, gebrauchte Akkus nach dem Einsatz im Auto noch als Speicher für Strom aus erneuerbaren Energien zu verwenden, so beispielsweise bei BMW. Dies verbessert zwar die Ökobilanz, schiebt aber das notwendige Recycling nur zeitlich nach hinten.

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