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Werbung in Sozialen Medien – Wie junge Anleger hereingelegt werden

PlayNicht jede Geldanlage im Internet ist seriös.
Werbung in Sozialen Medien – Wie junge Anleger hereingelegt werden | Bild: dpa / Silas Stein

Der Traum vom dicken Auto, der großen Villa und dem entspannten Geldverdienen am Strand. Auf Facebook, Instagram oder Youtube - überall werben dubiose Network Marketing-Firmen mit dem schnellen Geld beim sogenannten Trading. 

Ein Netzwerk aus US-Firmen mit bewegter Vergangenheit

Network- oder Multi-Level-Marketing kennt man eher von Nahrungsergänzungsmitteln, doch seit einigen Jahren werden auch hochriskante Währungsspekulationen an der Börse beworben - das sogenannte Forex-Trading. Vorwissen brauche man keines: "Jeder, absolut jeder kann das" heißt es in den Hochglanz-Videos, in denen mächtig geprotzt wird. Doch Insider, die mit boerse.ARD.de und Plusminus gesprochen haben, berichten: “Nein, das geht nicht. Es ist zum Scheitern verurteilt.” Denn dahinter steckt ein Netzwerk aus US-Firmen mit einer bewegten Vergangenheit.

Die Autoren Julian Herbst (l.) und Constantin Röse.
Die Autoren Julian Herbst (l.) und Constantin Röse. | Bild: ARD

Das Geschäftsmodell dieser Unternehmen funktioniert so: Kaufe eine Finanz-Software für 190 US-Dollar im Monat und verkaufe sie an Freunde und Bekannte weiter. Die Software soll vollautomatisch mit dem Geld der Kunden an der Börse spekulieren. Zwei bis fünf Prozent Rendite seien pro Woche drin, erklärt uns ein Mitglied der True Peak Army, kurz TPA, in einem Videocall. Die TPA ist eine Gruppe aus Vertriebspartnern, die in Deutschland für die amerikanische Firma Auvoria Prime undurchsichtige Finanzprodukte verkauft.

“Völliger Humbug”

Die Renditeversprechen von bis zu fünf Prozent pro Woche hält Andreas Hackethal für "völligen Humbug".
Die Renditeversprechen von bis zu fünf Prozent pro Woche hält Andreas Hackethal für "völligen Humbug". | Bild: ARD

Prof. Andreas Hackethal von der Frankfurter Goethe-Universität hält solche Gewinnerwartungen für ausgeschlossen: "Zwei bis fünf Prozent pro Woche und das mit ziemlicher Sicherheit - das ist völliger Humbug." Denn mit Zinseszins käme man hochgerechnet pro Jahr auf mehr als sagenhafte 1.100 Prozent Gewinn. Und wenn es so etwas gäbe, dann würde man eine solche "Schatzkarte" wohl kaum aus der Hand geben, meint der Finanzwissenschaftler.

Dass die Realität anders aussieht als die Werbeversprechen, bestätigt Plusminus auch ein Insider, der anonym bleiben will. Er hat jahrelang für die True Peak Army und ihre Vorgängerorganisation solche Finanz-Software verkauft: "Du hast auch Leute gehabt, die mal kurz 10-20-30-Tausend verloren haben. Schlimm wird es dann, wenn du weißt: okay, das ist ein Familienvater, der hat drei Kinder oder hat das Sparbuch von den Kindern geplündert." 

Lesen Sie den ganzen Textbeitrag bei den Kollegen von boerse.ARD.de und tagesschau.de .
Eine ganz ausführliche Version des Videobeitrags mit noch mehr Hintergründen finden Sie in der ARD-Mediathek.

Ein Beitrag von Constantin Röse und Julian Herbst

Der Beitrag wurde produziert vom Hessischen Rundfunk (hr) für "Das Erste".

Stand: 10.09.2020 14:02 Uhr

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