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Löffelfertige Wohnungen - Trend mit Preisaufschlag

PlayNeuer, teurer Trend am Wohnungsmarkt
Löffelfertige Wohnungen - Trend mit Preisaufschlag | Video verfügbar bis 05.06.2020 | Bild: WDR

– Sogenannte "löffelfertige" Wohnungen sind im Trend, das heißt, sie werden möbliert und komplett ausgestattet angeboten.
– Für die Ausstattung verlangen Vermieter teilweise exorbitant hohe Aufschläge. Der Verdacht: So wollen viele die Mietpreisbremse umgehen.
– Der gilt zwar eigentlich auch für möblierte Wohnungen, über die genaue Kaltmiete erfahren die Mieter aber oft gar nichts.

Wohnungen sind in Großstädten wie Köln oder München knapp. Wer die Wohnungsanzeigen studiert, findet immer wieder möblierte Wohnungen – gerade im Segment der 1- bis 2-Zimmer-Wohnungen. Die werden häufig als "löffelfertig" angeboten, also inklusive der kompletten Ausstattung. Der Deutsche Mieterbund hat beispielsweis herausgefunden, das so in Stuttgart 41 Prozent der Wohnungen vermietet werden. In München sind es 33 Prozent – Tendenz steigend.

Stichprobe in Köln: Im Schnitt 87 Prozent Aufschlag

Das Problem: Mit Möbeln sind die Wohnungen teilweise deutlich teurer als ohne. Plusminus hat den Kölner Wohnungsmarkt unter die Lupe genommen und dabei systematisch für möblierte und unmöblierte Wohnungen die Warmendmiete inklusive aller Nebenkosten ermittelt. Das Ergebnis: Zum einen sind mehr Wohnungen mit Möbeln auf dem Markt, zum anderen sind sie im Schnitt etwa 87 Prozent teurer.

Mietpreisbremse gilt auch für möblierte Wohnungen

Dabei gelten Mietspiegel und Mietpreisbremse auch für möblierte Wohnungen, die längerfristig vermietet werden. Doch die werden meist zu Pauschalpreisen angeboten – die im Mietspiegel ausgewiesene Kaltmiete erfährt man gar nicht. Der Verdacht von Ulrich Ropertz vom Deutscher Mieterbund: Die Vermieter wollen die Mietpreisbremse "durch die Hintertür" austricksen.

Mehr Nachfrage nach kurzfristiger Mietdauer

Ganz anders erklärt Frauke Pflock von der Agentur Zeitwohnen.de den Trend zu möblierten Wohnungen. "Das spiegelt ganz einfach unsere mobile Arbeitswelt wieder".

Die hohen Kosten rechtfertigt Frauke Pflock unter anderem durch den häufigen Mieterwechsel. Etwa zweimal pro Jahr kämen neue Mieter und dann stünden Schönheitsreparaturen an und Teile der Einrichtung müssten ausgewechselt werden.

Der Mieterbund fordert, dass künftig in den Großstädten auch ein Mietspiegel für möblierte Wohnungen veröffentlicht wird. "Solange das nicht der Fall ist, muss der Möblierungszuschlag errechnet und von Vermieterseite transparent gemacht werden", so Mietervertreter Ulrich Robertz. Eine einheitliche Regelung dafür ist aber nicht in Sicht. Denn die Zuständigkeit liegt bei den einzelnen Kommunen.

Autor: Michael Houben
Bearbeiter: Peter Schneider

Stand: 06.06.2019 02:46 Uhr

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