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Kasse machen mit der Angst vor Impfstoffen

PlayEine Spritze steckt in einer Ampulle mit einem Impfstoff.
Kasse machen mit der Angst vor Impfstoffen | Video verfügbar bis 14.04.2022 | Bild: Colourbox

Inhalt in Kürze:
– Insbesondere in sozialen Netzwerken finden sich zahlreiche Beiträge von Versicherungsagenturen, in denen für Unfallversicherungen mit Impfschadenschutz geworben wird.
– Überschriften wie "Absicherung von Impfschäden" oder "Versicherungsschutz sogar bei Impfrisiken und Folgeschäden" sollen offenbar für Aufmerksamkeit sorgen.
– Verbraucherschützer raten, individuellen Versicherungsschutz unabhängig von Corona-Impfungen zu planen.

Im Internet und in sozialen Netzwerken finden sich derzeit zahlreiche Beiträge von Versicherungen und Versicherungsagenturen, in denen empfohlen wird, im Zusammenhang mit einer Impfung über den Abschluss einer Unfallversicherung nachzudenken oder bestehende Unfallversicherungen zu "optimieren".

Auch in persönlichen Briefen werben Versicherungsvertreter gezielt bei ihren Kunden für solche Unfallversicherungen. Schlagzeilen und Überschriften wie "Absicherung von Impfschäden" oder "Versicherungsschutz sogar bei Impfrisiken und Folgeschäden" sollen offenbar für Aufmerksamkeit sorgen.

Spiel mit Ängsten vor Impfschäden

Verbraucherschützer stören sich an der Aufmachung und Tonalität der Kundenbriefe und Anzeigen. "Damit wird Öl ins Feuer der öffentlichen Diskussion gegossen, weil so bei den Bevölkerungsgruppen das Bewusstsein noch mal getriggert beziehungsweise unterstützt wird: Vorsicht, Impfungen können Schädigungen hervorrufen." kritisiert Philipp Rehberg von der Verbraucherzentrale Niedersachsen.

Auf Anfrage von Plusminus bedauern die Versicherungen die Anzeigen ihrer Vertreter und unterstreichen unter anderem, dass die Werbung keine offizielle Werbekampagne der Konzerne sei. Einige Versicherungsunternehmen schreiben uns, man habe für umgehende Löschung der Publikationen gesorgt.

Versicherungsschutz unabhängig von Corona planen

Aus Sicht von Verbraucherschützern ist es nicht sinnvoll, nur wegen eines anstehenden Impftermins eine Unfallversicherung abzuschließen. Das grundsätzliche Problem bei Unfallversicherungen: Um Leistungen in Anspruch nehmen zu können, fordert der Versicherer den Nachweis, dass eine dauerhafte gesundheitliche Schädigung von der Impfung verursacht wurde. Doch das dürfte in vielen Fällen nicht einfach sein: So könnte statt der Impfung auch eine Krankheit für die dauerhafte Invalidität verantwortlich sein.

Bericht: Thomas Eckert
Kamera: Robert Naczysky, Kolja Nieber
Schnitt: Andreas Eichler

Stand: 14.04.2021 22:31 Uhr

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Norddeutscher Rundfunk
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