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Deutsche Banken noch immer in der Krise

PlayBlick auf die Hochhäuser verschiedener Banken in Frankfurt am Main
Deutsche Banken noch immer in der Krise | Video verfügbar bis 12.09.2019 | Bild: picture alliance / dpa / Stefan Kiefer

Inhalt in Kürze:
– Deutsche Banken sind hierzulande und international auf dem Rückzug.
– Als eine Ursache sehen Experten das Krisenmanagement der Politik.
– Der Brexit könnte zur Bewährungsprobe für deutsche Banken werden.

Die Commerzbank verlässt den Dax. Die Deutsche Bank fliegt aus dem Aktienindex Euro Stoxx 50, der die Kurse der 50 größten Unternehmen in Europa abbildet. Die Nachrichten sind symptomatisch für den Niedergang der deutschen Finanzbranche seit der Finanzkrise.

Nach Ansicht von Experten sind deutsche Banken nicht nur international, sondern auch in Deutschland auf dem Rückzug. Dagegen weiten ausländische Banken ihre Position hierzulande aus. Die deutsche Finanzindustrie entwickelt sich also gegenläufig zum gesamtwirtschaftlichen Trend. Die Rufe nach einer neuen Bankenpolitik werden laut.

Beispiel Deutsche Bank

Die Aufarbeitung der Finanzkrise kostete die Deutsche Bank Milliarden. Nach mehreren verlustreichen Jahren konnte sie in diesem Jahr erstmals wieder Gewinne verzeichnen – gemessen an früheren Erfolgen fallen sie jedoch gering aus. Auch der Vergleich mit der US-Konkurrenz zeigt, dass das Unternehmen die Finanzkrise noch nicht überwunden hat. Während der Aktienkurs der Deutschen Bank derzeit bei weniger als zehn Euro liegt, sind die Wertpapiere der heute weltgrößten Bank JP Morgan mehr als zehnmal so viel wert (Stand: 12. September 2018).

Ursachen für den Niedergang der deutschen Banken

Als Ursachen für die unterschiedliche Entwicklung in Deutschland und den USA sehen Experten auch das Krisenmanagement der Politik. In Deutschland und Europa hat die Politik Banken zwar gerettet. Der Fokus lag aber auf einer schärferen Regulierung des Finanzsektors. In den USA hingegen wurden die Banken nicht nur schärfer reguliert, die überlebenden Institute wurden auch vom Staat zwangsweise mit frischem Kapital ausgestattet. In Deutschland fehlt den Banken das nötige Kapital für die dringend nötigen internen Reformen und die Herausforderungen der Digitalisierung.

Industriepolitik für Banken gefordert

Der Niedergang der deutschen Banken hat auch die Politik alarmiert. Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) sprach sich zuletzt für eine Industriepolitik für die Finanzwirtschaft aus. Diese könnte der ganzen deutschen Wirtschaft zugutekommen.  Am Finanzplatz Frankfurt wird der Schritt jedenfalls begrüßt. Eine erste Bewährungsprobe für die neue Linie der Bundesregierung könnte der anstehende Brexit sein. Dann wird sich zeigen, wie viele Banken aus London nach Frankfurt kommen werden – und ob davon auch deutsche Banken profitieren.

Bericht: Verena von Ondarza           
Kamera: Helmut Fischer
Schnitt: Hanne Liu

Stand: 16.10.2018 16:18 Uhr

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Norddeutscher Rundfunk
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