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Kontobesitzer wider Willen 

PlayMit falschen Bewerbungsseiten erschleichen sich Kriminelle die Identität ihrer Opfer.
Kontobesitzer wider Willen  | Video verfügbar bis 17.04.2020 | Bild: Fotolia / Redpixel

- Betrüger locken mit Produkttests, damit Verbraucher Bankkonten eröffnen.
- Konten werden zur Geldwäsche benutzt.
- Offenbar sind Online-Banken wie N26 betroffen.

Die Masche ist so gut, dass Tausende deutsche Internetnutzer bereits darauf hereingefallen sind. Betrüger locken mit angeblichen Produkttests. In Wirklichkeit werden für die Tester dabei unbemerkt Bankkonten eröffnet, die anschließend von den Kriminellen zur Geldwäsche benutzt werden. So passierte es Eckehard Küntzle. Im Internet war der junge Mann aus dem Allgäu auf das Angebot einer vermeintlichen Marktforschungsfirma gestoßen, das Angebot der Berliner Onlinebank N26 zu testen. Im Videochat mit der Bank eröffnete Küntzle ein Konto, aber nicht nur testweise, wie er glaubte, sondern tatsächlich. Den Zugriff auf das Bankkonto hatten aber die Betrüger - und sie nutzen es, um andere Internetnutzer abzuzocken.

Fakeshops nutzen Konten

Auf dem Display eines Handys ist das Logo der Online-Bank N26 zu sehen
Erschlichene Konten der mobilen Bank N26 wurden für Betrügereien verwendet.

Denn solche geklauten Konten tauchen dann im Zusammenhang mit Hochglanz-Fakeshops auf, also Internetseiten, auf denen hochwertige Konsumartikel wie Smartphones, Computer, E-Bikes oder teure Kaffeevollautomaten angeboten werden. Wer bestellt und auf die angegebene Kontonummer überweist, ist sein Geld los. Denn die Betrüger verstecken sich hinter Menschen wie Eckehard Küntze, die dann den Schaden haben. Ihnen drohen Strafverfahren wegen leichtfertiger Geldwäsche und zivilrechtliche Klagen der geprellten Shopkunden.

Hunderte Konten betroffen

Erleichtert wird der Betrug dadurch, dass man bei manchen Banken sein Konto inzwischen per Smartphone eröffnen kann - so wie bei der N26. Das Berliner Geldinstitut hat keine Filialen, alles passiert online. Ein erfolgreiches Geschäftsmodell, die Bank hat mittlerweile nach eigenen Angaben über 2,5 Millionen Kunden in 24 europäischen Ländern und expandiert in rasender Geschwindigkeit. Doch ausgerechnet von dieser Bank liegt Plusminus eine Liste mit knapp 400 Konten vor, die für Onlinebetrug benutzt und die nach Angaben der Bank mittlerweile geschlossen wurden. Auch das Konto von Eckehard Küntzle wurde inzwischen gesperrt. Das hatte er allerdings erst erfahren, als Plusminus-Reporter bei der N26 nachhakten.

Offenbar hat die N26 ein Problem. Lassen sich solche Konten etwa zu leicht eröffnen? Oder versäumt es die Bank, im Betrugsfall Konten schnell genug zu schließen? Warum brauchte es Wochen, bis Betrugsopfer Eckehard Küntzle erfuhr, was mit seinem Konto passiert ist? Plusminus-Reporter gehen diesen Fragen nach und konfrontieren damit auch den 33-jährigen Bankchef Valentin Stalf.

Bericht: Lea Busch, Svea Eckert, Peter Hornung
Kamera: Darko Luksic, Hans-Jürgen Büsch
Schnitt: Ute Oezergin

Stand: 18.04.2019 09:15 Uhr

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Norddeutscher Rundfunk
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