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Grüner Strom aus der Region 

PlayImmer mehr dezentrale Anbieter speisen ihren Strom in das Netz ein.
Grüner Strom aus der Region  | Video verfügbar bis 17.04.2020 | Bild: Fotolia / VRD

- Im Internet haben sich neue Vertriebsformen für Öko-Strom entwickelt.
- Auf Plattformen können Kunden ihren Strom direkt beim Nachbarn einkaufen.
- Anbieter sind Wassermühlenbesitzer, Solaranlagen- oder Windradbetreiber.

Stromkunden können die Energiewende jetzt in Eigeninitiative beschleunigen. Neu gegründete Plattformen ermöglichen es, grünen Strom direkt vom Produzenten zu beziehen. Zum Beispiel kommt dieser vom Nachbarn mit der Solaranlage auf dem Dach oder einem Windrad-Besitzer in der Nähe. So wird der Strom direkt von Mensch zu Mensch gehandelt. Damit wird ein neuer Energiemarkt geschaffen.

Grüner Strom direkt vom Produzenten

Windräder
Für Windmühler und andere Erzeuger grüner Energie gibt es neue Absatzmöglichkeiten.

Bisher produzieren in Deutschland schon fast zwei Millionen Menschen selbst Strom, doch nur 823 Unternehmen verkaufen Strom an Haushaltskunden. Plattformen wie Enyway wollen das ändern. Hier kaufen Verbraucher ihren Strom direkt bei einem Produzenten von grünem Strom. Die Solaranlagenbesitzer, Windrad- oder Wassermühlenbetreiber stellen sich auf der Plattform vor, mit einem Foto und Informationen über ihre Motivation, eine dezentrale Energieversorgung aufzubauen.

Der Preis des "direkten Stroms"

Kunden zahlen für grünen Strom direkt vom Erzeuger 5 bis 9 Euro mehr im Monat gegenüber einem Mix aus Ökostrom, Kohle und Atomstrom bei Anbietern wie Vattenfall oder E.ON. Der Stromverkauf über eine solche Plattform ist noch nicht weit verbreitet. Die Frage ist, wie schnell sich dieser alternative Strommarkt in den nächsten Jahren ausweiten wird. Für die Anbieter von Strom aus Wasserkraft-, Solar- oder Windstrom bietet der Plattformverkauf einen großen Vorteil. Sie können sich auf konstante Preise verlassen. Das ist ein Vorteil gegenüber einem Börsenpreis, der täglich schwankt.

Traditionelle Versorger kooperieren mit StartUps

Ein Mann steht neben einer Blockheizkraftanlage.
Soll es der Strom einer bestimmten Anlage sein?

Auch traditionelle Stromversorger - wie die Gasag AG in Berlin - setzen auf neue Geschäftsmodelle. Dabei kommt auch eine neue, digitale Technologie zum Einsatz, die Blockchain genannt wird. So können Kunden der Gasag AG ihren Strom auf Wunsch direkt von einem bestimmten Blockheizkraftwerk in Berlin beziehen.

Selbst Stromproduzent werden

Viele Mieter haben nicht die Möglichkeit, sich eine Solaranlage aufs eigene Dach zu bauen. Doch auch sie können jetzt selbst Strom produzieren. Das Projekt Change bietet Mietern die Möglichkeit, sich ab 39 Euro am Bau einer großen Solaranlage zu beteiligen. So sichern sie sich sogar Strom zum Einkaufspreis, denn bei dieser Form der gemeinschaftlich organisierten Energieproduktion entfällt die Gewinnmarge eines zwischen Produzenten und Kunden geschalteten Energieversorgers.

Energiewende selbst beschleunigen

Einen schnelleren Ausbau der erneuerbaren Energien fordern Schüler, die zurzeit jeden Freitag auf die Straße gehen. Der Handel mit grünem Strom von Mensch zu Mensch bietet die Möglichkeit, die Energiewende selbst voranzutreiben. Der Anteil der Erneuerbaren im Stromsektor lag laut Bundesumweltamt im Jahr 2018 bei 37,8 Prozent des Bruttostromverbrauchs.

Bericht: Alexa Hörber
Kamera: Bernd Hoffmann, Olaf Dorow
Schnitt: Alexa Höber

Stand: 18.04.2019 09:16 Uhr

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Norddeutscher Rundfunk
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