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LED-Licht befördert das Sterben von Sehzellen

PlayEine LED-Glühbirne.
LED-Licht befördert das Sterben von Sehzellen | Video verfügbar bis 02.05.2019 | Bild[1]: NDR

Viele Studien zeigen, dass blaues Licht von LEDs den Augen auf Dauer schaden kann. LED-Lampen der neuesten Generation vermeiden diese Gefahr, indem sie auf eine orangefarbige Tönung setzen. Doch einige Hersteller wollen sich die Zusatzkosten von ein paar Cent offenbar sparen.

Anteil an blauem Licht zu hoch

Eine LED-Glühbirne.
Gefährlich? Schaden LED-Lampen den Augen, weil die Hersteller sparen? | Bild: NDR

Um weißes Licht zu erzeugen, mischen LED-Lampen mehrheitlich gelbes Licht mit einem vergleichsweise hohen Anteil an blauem Licht im Bereich zwischen 400 und 500 nm des Farbspektrums. Das blaue Licht kann die Hornhaut ungehindert passieren und in der Netzhaut Entzündungsprozesse auslösen, genauer gesagt in der Makula.

In diesem Bereich der Netzhaut sitzen die farbempfindlichen Sinneszellen am dichtesten beieinander. Zugleich ist hier der Kernpunkt des scharfen Sehens. Das blaue Licht der LED kann die Sinneszellen in diesem Bereich offenbar langfristig schädigen.

Orangene Tönung kaschiert blaues Licht

Die Lichtintensität von LED-Lampen im Haushalt regelt eine EU-Norm. Doch auch in zulässiger Intensität kann das kalt-weiße Licht herkömmlicher LEDs den Augen langfristig schaden. Inzwischen gibt es aber auch LED-Lampen, bei denen eine orangefarbene Tönung das schädliche blaue Licht herausfiltert. Dadurch wird die Gefahr für die Augen minimiert.

Eine LED-Glühbirne.
Eine LED-Glühbirne mit schützender orangener Tönung | Bild: NDR

Die Hersteller verkaufen diese LED als "Retro", "Vintage" oder "Kaminfeuer" und ahmen damit das Design und auch das Leuchtverhalten der Glühlampe nach. Das soll Kunden ansprechen, die sich Look und Licht so wie früher bei der Glühlampe wünschen. Einen besonderen Hinweis auf das verminderte Risiko für die Augen geben die Hersteller allerdings nicht.

Auch Displays können gefährlich sein

Auch die Displays von Smartphones, Fernsehern oder Computern geben nach Ansicht von Medizinern zu viel blaues Licht ab. Wer dieses Risiko senken möchte, kann das Licht seines Computermonitors oder Smartphones in den eher gelblichen Bereich umstellen ("Night Shift"-Funktion). Das ist nach Messungen an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg (HAW Hamburg) deutlich effektiver als der Einsatz von parallel gemessenen Filterfolien.

Beim Fernsehen wäre so ein "vergilbtes" Bild natürlich eher störend. Doch auch hier lässt sich der Anteil des blauen Lichts senken, der die empfindlichen Sinneszellen erreicht. Denn der hängt auch stark vom Öffnungsgrad der Pupille ab. Es ist daher ratsam, nicht in dunkler Umgebung fernzusehen. Man sollte lieber noch eine andere Lichtquelle im Raum einschalten, damit die Pupille sich etwas verengt.

Untersuchungen an Ratten

Nachgewiesen wurden die schädlichen Effekte bisher experimentell im Tierversuch. Klinische Langzeituntersuchungen am Menschen fehlen noch. Aber die Wahrscheinlichkeit eines schädlichen Einfluss des blauen Lichts auch auf die menschlichen Sinneszellen ist hoch genug, um vorbeugende Maßnahmen sinnvoll erscheinen zu lassen.

Autor: Niels Walker

Stand: 03.05.2018 08:43 Uhr

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Norddeutscher Rundfunk
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